40 Jahre Dreieinigkeitskirche in Baar-Ebenhausen: Eine Kirche für drei politische Gemeinden

Baar-Ebenhausen 1+1+1 ist gleich 1  – zwar nicht mathematisch, jedoch in theologischer Hinsicht. Diese auf den ersten Blick seltsam anmutende Gleichung stellte Pfarrerin Angelika Bach im Rahmen der Festpredikt zum 40-jährigen Bestehen der evangelischen Dreieinigkeitskirche in Baar-Ebenhausen auf. Gemeinsam ihren beiden Pfarrerkollegen George Spanos und Wennrich Slenczka (Manching) erläuterte sie den anwesenden Gläubigen der evangelischen und kathlonischen Pfarrgemeinde die Dreifaltigkeit Gottes, die den Schlüssel zu dieser paradoxen Gleichung darstellen würde.

Bei ihrer Hilfestellung zur Lösung der Gleichung erläuterte Manchings Pfarrer Slenczka die Person Gott Vaters, der keineswegs als unfassbares Wesen oder Schreckgespenst gesehen werden sollte, sondern als Vater der Christen, der zu uns kommen würde und dem wir vertrauen könnten. Jesus sei nicht einer von vielen. Sonst wäre er beliebig und austauschbar, erläuterte George Spanos zur zweiten der drei Personen. Er sei ganz Mensch geworden.Auch wenn weder sein Leben – Spanos sprach die Bibelverfilmungen der letzten Zeit an – noch die Bergpredigt seiner Zeit verfilmt worden seien. Der Mensch stehe vor einer Entscheidung, so Spanos.

Glaubst DU an Gott?

Die dritte, vervollständigende Kraft, der heilige Geist, sei eigentlich unfassbar und würde den Glaubenden doch Kraft verleihen, so Angelika Bach. Kraft zu Glauben, zu Verstehen und zu Handeln. Es gäbe vielfältige Beispiele im direkten Umfeld mit dieser Feier – politisch oder krichlich -, wo man die aufgestellte Gleichung verwenden könnte. So gehören beispielsweise dreipolitische Gemeinden zur Kirchengemeinde: Reichertshofen, Karlskron und Baar-Ebenhausen, bei der Feier alle vertreten durch ihre Bürgermeister.

Notwendig wird die Übereinkunft zwischen den Gemeinden schon deshalb, weil der Gemeinde Brunnenreuth bei der Vergabe von Planstellen eine halbe Stelle gestrichen wurde, die Manching erhalten habe. So ist die Diakonin Ilona Schumacher seit September für beide Pfarreien zuständig. man wolle aus der Not eine Tugend amchen und habe sich an einen Tisch gesetzt, um eine Zusammenarbeit auszuloten, die im Rahmen des Gottesdienstes durch die weltlichen und geistlichen Kirchenvorsteher besiegelt wurde, erklärte George Spanos.

Die Gleichung der Dreieinigkeit vereine die katholische und evangelische Kirche zu einer Christengemeinde, erklärte der katholische Ortsgeistliche Martin Bestele, der sich wie sein Karlskroner Kollege Pater James sowie die ehemaligen Pfarrer der Gemeinde, Till Roth, Jochen Ackermann und Erhard Rahm unter den Festgästen einreihte. Im Rahmen der Feierlichkeiten wurde der langjährigen Mesnerin und Hausmeisterin der Dreieinigkeitskirche, Marion Maywald, gedankt. Gemeinsam mit Ehemann Rolf war sie bis August zuständig und hatte speziell während der Umbauarbeiten der Kirche viel Zeit und Energie investiert, erklärte Pfarrer Spanos abschließend.

Hintergrund Dreieinigkeitskirche: Die in Dreiecksform gebaute Kirche wurde im Mai 1964 eingeweiht. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde von der hiesigen 500 Christen umfassenden evangelischen Gemeinde eine von den Amerikanern stammende Baracke als Betsaal genutzt. Die Dreieinigkeitskirche war 1964 die vierte neue evangelische Kirche im Landkreis. Der Kirchenraum ist knapp 12 Meter hoch, der Turm etwa 20 Meter. Die Glocke trägt die Aufschrift „Kommet her, höret zu alle, die ihr Gott fürchtet“ und stammt von der Glockengießerei Erding. Die Kirche ist auf 120 Besucher eingerichtet.