Das Unterrichtskapitel ‚römische Geschichte‘ live im Wald von Leonhardspfunzen erleben

Römerfriedhof am DoblergrabenStephanskirchen An dem Geschichtsunterricht hätten die Schüler sicherlich mehr Freude gehabt als an mancher Unterrichtsstunde die man im Fach Geschichte erlebt. Denn im Wald bei Leonhardspfunzen – an der Leonhardsquelle bzw. der Gaststätte Baodwirt – sah man jede Menge der römisch gewandeten Menschen die ähnlich einem Lager in der Gruppe unterwegs waren. Man wandelte in der Vergangenheit, präsentierte römische Funde, Gedenksteine und eine neu gestaltete Tafel zur römischen Geschichte der Region. Die Vereinsmitglieder von Limitanai Pontainenses Kelten Römer e.V. Rosenheim brachten Geschichte in die Gegenwart, Bürgermeister Rainer Auer hatte den Tourismus der Fremdenverkehrsgemeinde und die Ortsgeschichte (also die Zukunft Stephanskirchens) im Auge: denn die römische Vergangenheit der Gemeinde ist ein Teil der gemeindlichen Geschichte und der möglichen Entwicklungen für Einheimische und Besucher aus denen sich einige zukunftsweisende Konzepte und Ideen entwickeln lassen.

Geschichte die regionale Bedeutung für Stephanskirchen hat

Die Vereinsmitglieder schafften es mit ihrem Erscheinungsbild Jahrtausende alte Tradition lebendig werden zu lassen. Denn wenn man die Menschen anschaut weiß man wie die Römer lebten, welche Kleidung sie trugen, welche Waffen man nutzte um selbst zu überleben. Und die Vereinsmitglieder erklären auch was im früheren römischen Lagerleben wichtig war. – Der Römerfriedhof am Doblergraben in Leonhardspfunzen ist da nur ein Teil der ganzen Geschichte, die man zukünftig eben direkt vor Ort nachlesen kann.

Auf der Tafel, die man gemeinsam präsentierte, geht es vor allem um den Römerfriedhof am Dobler-Graben. Mit Fotos und einem kurzen textlichen Abriss zur Geschichte wolle man den Wanderern, die sich im Wald in Ortsteil Leonhardspfunzen aufhalten, Information liefern, erklärte Bürgermeister Rainer Auer bei der offiziellen Einweihung und in Betriebnahme der Tafel, die zwischen der Leonhardsquelle und dem Waldgasthof Baodwirt als Ausgangspunkt für einen Waldspaziergang zu finden ist.

Und die Tafel zum Römerfriedhof am Doblergraben ist nur der Anfang eines umfassenden Themenparks. Davon ist Michael Schweinsteiger, Mitglied des Römervereins und Gemeinderat Stephanskirchens und direkt an der Römerfundstelle beheimatet, überzeugt. „Die Informationstafeln dort sind wichtig“, erklärt der Chef der dortigen Waldgaststätte „Baodwirt“, „dort wurden Brandgräber und Körperbestattungen gefunden. Und die Informationen sollen auch für die Nachwelt nicht in Vergessenheit geraten. Denn die Römer direkt bei uns vorm Gasthaus sind schließlich ein Teil unserer aller Geschichte in der Region.“ Denn neben der Informationstafel, die den Römerfriedhof am Doblergraben beschreibt gibt es bereits welche entlang des Innufers sowie im Ortsteil Hofau. Die Besucher der Region könnten damit nun – gut informiert und bebildert – die römische Geschichte erwandern. Und vielleicht auch die ein oder andere Schulklasse das Gebiet besuchen, um Geschichtsunterricht am Ort des Geschehens durchzuführen.

Römische Siedlung und bedeutender Silbermünzfund

Dass der Geschichtsunterricht im Wald nicht langweilig werden muss, dafür sorgt schon die Vielzahl der Funde, die man in der Region bereits gemacht hat: ein Miträum eine Siedlung aus dem ersten Jahrhundert, nach einer Zollstation (statio enesis) wird bislang noch gesucht. Ein Tempel und eine Siedlung müssen ebenfalls noch ausgegraben werden, was per Magnettophographie passiert, erklären die Vereinsverantwortlichen von Limitanai Pontinenses / Rosenheim. „Eine Sensation war natürlich der Fund von etwa 1200 Silbermünzen“, erklärt der Vereinsvorsitzende Josef Lachauer. Und das alles ist etwa vier Kilometer nördlich von Rosenheim zu finden in der Auenlandschaft bei Bad Leonhardspfunzen, direkt an der St. Leonhardsquelle mit Kapelle. Dort wo sich die Touristen das Wasser direkt vom St. Leonhardsbrunnen abfüllen.

Und wer weiß: vielleicht trifft man ja selbst beim Spaziergang durch das Waldstück von Leonhardspfunzen auf einen der alten Römer. Vielleicht lässt sich einer von ihnen auch ein deftiges Essen im Boadwirt schmecken. Dessen Küchenchef Michael Schweinsteiger – selbst Mitglied der Limitanai Pontinenses /
Rosenheim – jedenfalls ist der Transfer der regionalen Geschichte in die heutige Zeit ein wichtiges Anliegen. Und vielleicht findet man auch zukünftig weitere touristisch-gastronomische Möglichkeiten, die eigene römische Geschichte noch stärker in die Gegenwart zu holen, beispielsweise in Form einer „Römerveranstaltung“ rund um das Gasthaus, thematischen Veranstaltungen rund um den anstehenden Themenpark, speziellen Themenabenden des Vereins mit typischen Gerichten aus dieser Zeit.

Ramona Schittenhelm

Ausbildung als Journalistin im Berchtesgadener Land. Lokal- und Online-Journalismus sind meine Leidenschaft. Meine journalistischen Wurzeln liegen im Sport- und Technik-Journalismus.

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