Ein Wandel in Bildungs- und Agrarpolitik sind wichtige Aspekte der Margarete Bause

Margarete Bause tritt als Spitzenkandidaten der Grünen an um bayerns Bildungs- und Agrarpolitik zu verändern. Foto: Bündnis 90 / Die Grünen
Margarete Bause tritt als Spitzenkandidaten der Grünen an um bayerns Bildungs- und Agrarpolitik zu verändern. Foto: Bündnis 90 / Die Grünen
Bayern wählt – der 15. September wird für viele ein Stichtag sein. Aktuelle Prognosen sehen die CSU knapp an der Grenze zur Alleinregierung, die FDP an der Kippe.treffpunkt-regional.com hat bei der Grünen Spitzenkandidatin Margarete Bause nachgefragt, welche Visionen ‚Grün‘ für Bayern hat und ob für Sie auch eine Koalition mit Horst Seehofers CSU in Frage kommt.

Wie wäre es denn mit einer Schwarz-Grünen Koalition?

Margarete Bause: Nach mehr als einem halben Jahrhundert CSU-Vorherrschaft in Bayern wäre es doch absurd, wenn ausgerechnet wir Grüne den Steigbügelhalter für die Schwarzen spielen würden; die CSU soll schon einmal die reinigende Erfahrung der Opposition durchmachen und sich inhaltlich und personell erneuern. Dann
sehen wir weiter…

Margarete Bause als Bildungsministerin in einem Kabinett Seehofer, dazu z.B. das Landwirtschaftsministerium. Wäre das keine Option für „Grün“ in Bayern?

Margarete Bause: Wir wollen eine andere Bildungspolitik und eine andere Landwirtschaftspolitik in Bayern. Das ist mit der CSU nicht möglich. Und da lassen wir uns auch nicht mit Pöstchen ködern.

Wo sehen Sie denn die Schwerpunkte einer zukunftsträchtigen Bayern-Politik?

Margarete Bause: Das Hochtechnologieland Bayern kann in besonderem Maß von der Energiewende profitieren – wir haben hier die Schlüsselindustrien, aber einen Ministerpräsidenten, der den Windkraftausbau torpediert und am liebsten zurück will zur Atomkraft. Deshalb: Bayern brauch eine politisch gut gemanagte
Energiewende, die Grünen können das.

Dann das Thema Bildung: Wir brauchen mehr Gerechtigkeit und keine sozialen Barrieren bei den Bildungschancen. Wir sind für eine Öffnung in der Schulpolitik und wollen Gemeinschaftsschulen ermöglichen – etwa im ländlichen Raum, um dem Schulsterben zu begegnen. Da wissen wir übrigens auch CSU-Bürgermeister auf unserer Seite. Das Gymnasium muss dringend reformiert werden – ob nun G8 oder G9: Wir brauchen andere Lehrpläne, intelligenteres Lernen statt der klassischen Paukschule, bei der die Jugendlichen unheimlich viele Inhalte auswendig lernen, wiedergeben und dann schnell wieder vergessen.

Und ganz wichtig ist ein Umsteuern in der Landwirtschaft. Massentierhaltung, Antibiotika-Mast, Küken, die in Hühnerbatterien zu Tode getrampelt werden – das ist doch widerlich! Da gehen wir Grüne ran, das muss sich ändern.

Wahlkampf in Bayern – Ihre ganz persönliche Vision für Bayern?


Margarete Bause: Ich wünsche mir ein Bayern der Chancengleichheit, in dem es gerecht zugeht – ob es nun um gleiche Lebensverhältnisse in allen Regionen geht, oder um faire Löhne in der Wirtschaft, gerechte Bildung, einen menschlicheren Umgang mit Flüchtlingen oder um größere Anstrengungen bei der Integration. Ich wünsche mir ein Bayern, dessen herrliche Landschaft nicht unter Asphalt und Beton begraben wird. Und ich wünsche mir ein Bayern, in dem die Bürgerinnen und Bürger an politischen Entscheidungen beteiligt werden und Politik aktiv mitgestalten können.

Last but not least Ihre Prognose – wird es nach dem 15. September 2013 Gespräche zwischen Ihnen und Horst Seehofer geben?

Margarete Bause: Es ist guter Brauch unter Demokraten, dass man miteinander spricht. Aber wir wünschen uns nun wirklich eine andere Politik für Bayern und gönnen der CSU die Erfahrung in der Opposition.

Vielen Dank für das Interview.

Über Ramona Schittenhelm

Ausbildung als Journalistin im Berchtesgadener Land. Lokal- und Online-Journalismus sind meine Leidenschaft. Meine journalistischen Wurzeln liegen im Sport- und Technik-Journalismus.

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