Ramsau: – Großer Andrang herrschte bei der Sitzung des Gemeinderates Ramsau am vergangenen Dienstag. Rund die Hälfte der 25 Zuhörer kamen wohl vor allem wegen dem auf der Tagesordnung stehenden Punkt, der die Hochschwarzeck-Bergbahnen GmbH (HSB) betraf. Thema war der Stromanschluss der Hirscheck-Sesselbahn, der spätestens zum Jahresende von Heizöl auf Diesel umgestellt werden müsste. Für den Gemeinderat eine „Zwickmühlsituation“, da der weitere Betrieb der Bahn noch nicht gesichert ist.

Wird es das Skigebiet Hochschwarzeck/Hirscheck bald nicht mehr in der jetzigen Form geben? In den kommenden Wochen wird mit einer Entscheidung gerechnet.

 

Bürgermeister Johann Datzmann informierte die Gemeinderäte und die anwesenden Zuhörer über die aktuellen Auflagen. 1986 hat sich die Gemeinde vertraglich verpflichtet, die Pacht der Betreiber zu übernemen. Umweltauflagen schreiben es nun auch vor, dass zum 31. Dezember 2001 die Anlagen mit Diesel, nicht wie bisher mit Heizöl betrieben werden müssen. Dies bedeutet höhere Ausgaben für die Bahn, da Anlagen gereinigt werden müssen und Anschaffungen nötig seien. Bei der letzten Aufsichtsratssitzung wurde die Bilanz des vergangenen Jahres durchgegangen, sagte Datzmann. Und die sei schlecht gewesen. Die Hochschwarzeckbahn ist nunmehr nicht bereit, weitere 20 bis 25 Prozent an Mehrkosten, die bei der unumgänglichen Umrüstung auf Diesel entstünden, draufzulegen. Rote Zahlen wären unumgänglich.
Problem der Gemeinde ist es nun, so Datzmann, dass man sich in den 80er-Jahren verpflichtet habe, für die Elektrifizierung zu sorgen. Das würde rund 80 000 Mark kosten. Im Haushalt für dieses Jahr kann der Betrag aber nicht mehr untergebracht werden. Auch gäbe es kein gültiges Vertragswerk mit der Seilbahn, was die Sachlage noch einmal erschwere. Über weitere Investititionen wurde deshalb im Gemeinderat nicht gesprochen.
Im Rahmen des Tagesordnungspunktes sprach Bürgermeister Datzmann auch die kursierenden Gerüchte an, den Mitarbeitern der HSB wäre bereits gekündigt worden. Das sei falsch. Wenn es allerdings zu einem Anlagenstillstand kommt, werde es zu diesen Kündigungen kommen. Franz Wurm und Rudi Fendt sprachen beide davon, dass ein „Aus“ der Bahn verheerend für den Fremdenverkehr der Gemeinde wäre.

Von Ramona Schittenhelm

Ausbildung als Journalistin im Berchtesgadener Land. Lokal- und Online-Journalismus sind meine Leidenschaft. Meine journalistischen Wurzeln liegen im Sport- und Technik-Journalismus.

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