Es gibt in Deutschlands Frauen-Fußball-Bundesliga doch mehr als nur zwei Vereine

Kommentar von Ramona Schittenhelm
Kommentar von Ramona Schittenhelm
In den vergangenen Jahren ging es im deutschen Frauen-Fußball häufig aus zwischen Turbine Potsdam und dem 1. FFC Frankfurt. Andere Mannschaften hatten zwar gute Spielerinnen, die beiden Primus-Mannschaften sorgten jedoch häufig dafür, dass die Spannung ausblieb. Die Top-Stars wurden von den verschiedenen Bundesliga-Konkurrenten zusammengekauft und in den beiden Mannschaften – insbesondere im hessischen Frankfurt – gebündelt, sind die Hessinnen doch seit Jahren nicht nur in der nationalen Meisterschaft, sondern auch im internationalen Europa-Vergleich immer mit vertreten und in den letzten Runden. Dadurch stellt gerade Frankfurt häufig ein Gro an Nationalspielerinnen, sind diese doch – sobald im Nationalteam Leistungsträger – stark im Einkaufsfokus des Vereins. Ab der neuen Saison wird auch die derzeit noch für Duisburg spielende Regensburgerin Simone Laudehr das Frankfurter Trikot überstreifen.

2012 ist wohl – zumindest auf nationaler Ebene – nicht unbedingt das Jahr von Frankfurt. Zwar sind die Hessinnen ins Halbfinale der Europawettbewerbe eingezogen, in der Bundesliga rangieren sie kurz vor Saisonende jedoch mit sieben Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter ’nur‘ auf dem 4. Platz. Wolfsburg, Duisburg und Potsdam liegen davor.

Die Entscheidung um die Meisterschaft 2012 wird zwischen Turbine Potsdam – derzeit mit 1 Punkt Vorsprung auf die Wolfsburgerinnen Tabellenspitze – und den VfL-Damen fallen. Die letzten beiden Bundesliga-Spieltage bringen also die Entscheidung. Und am 21. Spieltag ist quasi High-Non, spielen doch die vier TopTeams der Liga direkt gegeneinander. Die Wolfsburgerinnen empfangen das Team aus Frankfurt, während die Duisburgerinnen daheim den Potsdamerinnen wichtige Punkte im Kampf um die Meisterschaft abnehmen möchten. Am letzten Spieltag dann kämpft Wolfsburg auswärts gegen Essen-Schönebeck um die letzten in dieser Saison vergebenen Punkte, während Turbine Potsdam die Spielerinnen von Lok Leipzig auf ihrem Platz erwartet. Zu einem Topspiel kommt es in Frankfurt, wo der 1. FFC auf FCR 2001 Duisburg trifft.

Und auch im DFB-Pokal ist nur eine der zwei „Top-Mannschaften“ vertreten. Die Frauen aus Frankfurt treten gegen die Damen des FC Bayern München an, die im vergangenen Jahr im gesonderten Pokal-Wettbewerb, der wegen der Heim-WM veranstaltet wurde, bereits siegreich waren.