Festwochenende des Veteranen-, Soldaten- und Kameradschaftsvereins Karlskrons mit überzeugenden Momenten – Zum Festtag gab es eine Baumscheibe vom Patenverein

Karlskron Um 7.32 Uhr sei er am Sonntagmorgen in Karlskron angelangt – zu Fuß, erzählte der Vorsitzende des Langenbrucker Kriegervereins, Maximilian Schmidtner. Und den ersten Menschen, den er in Karlskron getroffen hätte war sein Vorstandskollege Maximilian Rauschendorfer.

Für das Geburtstagskind eine uralte Baumscheibe

Diese Tradition, so der Langenbrucker in seinem kurzen Grußwort an den Patenverein, habe sich im Laufe der letzten Feste eingeschlichen. Denn schließlich hätten die damals bei der gemeinsamen Vereinsgründung des Veteranenvereins auch keine Autos gehabt. Gegründet wurde der Veteranen-, Soldaten- und Kriegerverein nämlich 1874 als gemeinsamer Verein, der sich erst im Laufe der Jahre zu zwei Ortsvereinen auf gesplittet hatte. Die jeweilige Patenschaft bei Festivitäten in der Vergangenheit habe man jedoch immer beibehalten. Und daher wollte man als Patengeschenk schon etwas Besonderes finden, so Schmidtner. Und daher übergab man den „Geburtstagskindern“ aus Karlskron eine Baumscheibe, 15 Jahre älter als die beiden Kriegervereine selbst. Und bei den jeweiligen Jahresringen habe man die entsprechenden gemeinsamen Ereignisse bereits markiert: Fahnenweihen, Jubiläen oder z.B. die erste Vereinsatzung.

Festbesuch gab es auch aus Österreich

Neben den Langenbruckern reihten sich auch Bezirks- und Landesfunktionäre der Kriegervereinigungen, stellvertretender Landrat Anton Rauscher, sämtliche Ortsvereine sowie fünf Tiroler Kriegervereine in die Schar der Gratulanten ein. Bürgermeister Stefan Kumpf beispielsweise sprach davon dass die Gemeinde für einen solchen agilen selbstverständlich im Ehrenamt geführten Verein zum Jubiläum gerne einen kleinen Finanzzuschuss gibt. Die rund 30 Kameraden aus Österreich dürften beim „Fest der Gemeinde“ die wohl weiteste Anreise gehabt haben. Für die fünf Kriegervereine aus dem Tiroler Land war es aber eine Ehre und Selbstverständlichkeit gleichermaßen die bereits lange Tradition weiter zu führen, die es zwischen den Vereinen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen und ihnen bereits gibt.

Europahymne als Bestandteil des Festaktes

Auch die Kirche ist ein wenig wie ein Verein. Die Menschen suchen Zusammenhalt, haben gemeinsame Interessen, stehen für eine gemeinsame Sache ein, erklärte Pater Georg in seiner Festpredigt anlässlich des 140-jährigen Bestehens des Karlskroner Kriegervereins. Gemeinschaft, so der Ortsgeistliche, sei etwas, das in einer Gemeinde sehr wichtig sei – sowohl in der weltlichen als auch der kirchlichen, spannte der Seelsorger den Bogen zwischen Evangelium, Lesung und Vereinsjubiläum. Beginnend mit dem Einholen der Vereine bis hin zum Festausklang am Abend sorgten die Adelshausener Musikanten unter Leitung von Josef Hartl für typische aber auch ausgefallenere Musik. Nachmittags z.B. wurde die Europahymne gespielt, da ja sonntags das Europäische Parlament zu wählen war.

Gemeinschaft ist dabei ein Thema, das auch der Verein selbst so sieht – dazu die Bereiche Geselligkeit, miteinander Erinnerungen hegen – so beschrieb es Vorstand Max Rauschendorfer, der bei der Planung der Veranstaltung bewusst versucht hatte, ein Fest für Verein und Dorf zu organisieren, eben für die Gemeinschaft. Und dies, so Rauschendorfer, wollte der Verein während der kompletten drei Festtage durchziehen. Und so kam es, dass man auch auf außergewöhnliche Momente setzte – die Modenschau oder das Fahnenschwingen vor dem Rathaus. Denn man müsse als Verein etwas außergewöhnliches wagen, um auch für die Zukunft interessant zu bleiben.

Tradition und Neues wurde beim Veteranenverein verbunden

Rauschedorfer war denn auch sehr zufrieden mit den drei Festtagen, dem Zuspruch der Bevölkerung aber auch der Entscheidung, das Fest nicht direkt über den Verein auszurichten, sondern dies über den örtlichen Partyservice von Andreas Kellner: „So konnten auch unsere Mitglieder selbst die Festtage genießen und mitfeiern. Das war dem Festausschuss im Vorfeld ein sehr wichtiges Anliegen. Die Speisekarte war reichlich, die Bandbreite der Getränke ebenso und die Preise fair. Ich denke, da war am Ende schon für jeden etwas dabei.“

Gelungen ist dem Verein auch das vermischen neuer und traditioneller Elemente. So brachte die Fahnenmutter der letzten Fahnenweihe Theresia Götz – unterstützt durch die beiden jungen Festdamen Karin und Karola Brüderle – das von ihr gestiftete Erinnerungsband zur Weihe. Die jungen Damen beispielsweise führten dabei ihrerseits eine lange Tradition fort. „So ziemlich alle unserer Cousinen und Tanten waren bereits als Festdamen mit dabei. Da haben wir natürlich spontan sofort ja gesagt, als wir gefragt wurden“, beschreibt Karola Brüderle. Und auch für die Ehrenmutter Therese Götz war es eine Selbstverständlichkeit, hier wieder mit dabei zu sein: „Für mich sind Tradition, Brauchtum und das gesellschaftliche Miteinander wichtig für einen funktionierenden Verein. Deshalb bringe ich mich hier sehr gerne wieder als Ehrenfestmutter mit ein.“

Vorprogramm mehr als nur ein Warm-Up für den Festakt

Den Auftakt zur Veranstaltung machte ein musikalischer Abend am Freitag: Musikuss setzte hier Akzente und schaffte es von Beginn an, das komplett gefüllte Zelt in Feierstimmung zu versetzen. Langjährige Klassiker (z.B. Spider Murphy Gang) oder aktuelle Hits (z.B. Atemlos/Helene Fischer) sorgten hier sowohl bei der Jugend als auch den etwas älteren Semestern für begeistertes Mitmachen und Mitsingen.
Das Samstagsprogramm war eher zweigeteilt: den Auftakt machten nachmittags die Senioren, die von der Gemeinde jedes Jahr zu Kaffee und Kuchen bzw. einer Brotzeit eingeladen werden. Ziel des Treffens sei ein gemeinsamer Austausch bei dem auch Sorgen und Nöte der älteren Bürger aufgenommen würden. Für Bürgermeister Kumpf war es das erste Treffen dieser Art, dementsprechend Neuland war es auch. Aber, so Kumpf, diese Tradition ist gut. Er freue sich schon auf die nächsten Treffen dieser Art. Für Unterhaltung hier sorgten die Pfaffenhofener Goaslschnoitzer sowie Danzl Jazz.

Abends dann eine Programmänderung – statt Erdäpfekraut gab es eine Mischung der anderen Art: die Red Cap Cats läuteten den Abend ein, Maria Dill mit der von ihr geplanten Dessous-Modenschau sorgte für Abwechslung, ehe die Band noch einmal nachlegte und so den Abend ausklingen lässt. Drei weibliche und zwei männlichen Models waren es, die die Unterbekleidung von „Eve Dessous“ auf dem Laufsteg im Zelt präsentierten. Zu diesem Zeitpunkt war nicht nur das Zelt noch fast voll, sondern auch die Stimmung sehr gut. Auch die Band – vor und nach der Modepräsentation – gab ihr Bestes, spielte tanzbare Musik querbeet durch die verschiedenen musikalischen Zeiten.

EHRUNGEN beim Jubiläum in Karlskron

Anlässlich des 140 jährigen Bestehens ehrte der Verein eine Reihe verdienter langjähriger Mitglieder.
50 Jahre Treue zum Verein: Josef Leitner (zukünftig Ehrenmitglied)
40 Jahre Mitgliedschaft: Josef Göbler, Robert Kutschauer, Anton Finkenzeller
Robert Weiher, Werner Geyer
30 Jahre Mitgliedschaft: Max Rauschendorfer
20 Jahre Mitgliedschaft: Franz Brunner, Andreas Kellner, Klaus Koch, Bernd Nentwig, Peter Poferl, Reinhold Auernhammer
Für besondere Verdienste im Verein gab es
die silberne Ehrennadel: Franz Froschmeir, Werner Glöckl, Klaus Koch, Andreas Kellner
das Ehrenkreuz am Bande (silber): Manfred Bauer, Thomas Brüderle, Gerhard Thaller sen., Reinhold Auernhammer, Friedrich Kothmayr, Fritz Götz
das Reservistenkreuz in Bronze bzw. Silber: Christian Greiner, Erich Auernhammer, Gerhard Thaller jr., Erwin Kübler
Für Tätigkeiten und besondere Leistungen gab es das Tätigkeitsabzeichen in Gold für
Reinhold Auernhammer und Manfred Bauer.