Bischofswiesen: Das Alten- und Pflegeheim Insula feiert am 6. Mai seinen 50. Geburtstag. Aus diesem Grund gibt es eine kleine Feier. Und die solle der Bevölkerung die Insula ein bisschen bekannter machen. Mit den Fachvorträgen, so Pfarrer Rudolf Ruf, Vorstandsmitglied der Insula, wolle man dagegen einerseits das pflegerische Fachpersonal aber auch Privatpersonen, die Angehörige pflegen, ansprechen.

Mit den Vorträgen wolle man Interessierten Hilfestellung und Information geben, beschreibt Ruf. Derzeit reiche die Kapazität der Pflegesätze aus, in den kommenden Jahren wird die Zahl allerdings enorm ansteigen. Diese Altenpflege ist der Kernpunkt der Arbeit der Insula. Ein Teil der Arbeit gehört der Arbeit mit Kindern, ein weiterer der Langzeit-Therapie im Bereich Adipositas. Fettleibige Kinder würden dort „neu gemacht“, körperlich und geistig. Ein umfangreiches Sportprogramm wird durchgeführt, ein Kochkurs abgehalten, damit die Einstellung der Kinder verändert werden kann.

Den 50. Geburtstag wolle man für die Einrichtung als Einschnitt nutzen, Bilanz zu ziehen, aber auch etwas zu verändern. Angesprochen werden sollen mit dem – eher klein gehaltenen Programm – drei verschiedene Zielgruppen: die Mitarbeiter der Einrichtung in fachlicher Hinsicht, er soll als Dank für die Mitarbeiter gedacht sein, ebenso für die Bewohner. Was die fachliche Komponente betrifft, sollen die Mitarbeiter reflektieren, was sie tun. Sie könnten sich auch Anregungen und neues Wissen erarbeiten. Geplant ist, ab Sommer über einen Zeitraum von zwei Jahren die Räumlichkeiten aus- beziehungsweise umzubauen. Sehr viel mehr Platz werde man dadurch allerdings nicht gewinnen. Es diene hauptsächlich der Modernisierung, beschreibt Ruf. Man müsse zukünftig bei der Auswahl der Patienten auch noch mehr differenzieren, da man wesentlich mehr Anfragen erhält, als man Platz hat.

Festprogramm
50 Jahre Insula

Freitag, 4. Mai: 19 Uhr „Pflegerin mit Leib, Seele und Verstand“, Fachvortrag von Professor Dr. Michael Schibilsky von der Universität München zum Lebenswissen alter Menschen im Festsaal der Insula.

Samstag, 5. Mai: Festabend für die Mitarbeiter.

Sonntag, 6. Mai: 10 Uhr Festgottesdienst mit Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (musikalisch gestaltet vom Motettenchor der Stadtkirche Bad Reichenhall und des Bläserkreises Bischofswiesen); 11.15 Uhr Frühschoppen mit Grußworten der Ehrengäste; 13 bis 15 Uhr Besichtigung der Insula.

Insula entwickelt sich von
Sportschule zu Altenheim

Im Dritten Reich sollte aus den Gebäuden, in denen sich die Insula heute befindet, eine BDM-Sportschule entstehen. Danach wurde aus diesen Räumen ein Gefangenenlager der Amerikaner, dann ein Auffanglager der Vereinten Nationen für Flüchtlinge aus den verschiedenen Ländern wie Estland, Litauen, Lettland oder Polen. Von der International Refugee Organization (IRO) und dem lutherischen Weltbund ging die Anlage 1949 an die Innere Mission München. Nach schwierigen Aufbauarbeiten konnten 1950 erste Schwestern des Mutterhauses für kirchliche Diakonie ihren Dienst an alten und kranken Menschen in der Insula übernehmen. Seit 1974 ist das Evangelisch-lutherische Diakoniewerk für die Insula verantwortlich. Am Sonntag, 6. Mai 1951, wurde die Kirche in der Insula und das Altenheim Insula vom Oberkirchenrat geweiht. Damals waren rund 500 Flüchtlinge in der Insula beheimatet.

Das Areal in der Strub ist über 225000 Quadratmeter groß. In den acht Pflege- und den sieben Wohnstationen gibt es 366 Plätze für alte und pflegebedürftige Menschen. Die sind auch der Hauptaufgabenbereich der Insula, Kinderhort und Adipositas-Reha-Klinik machen nur einen kleinen Anteil aus. In der Insula hat man, was das Personal betrifft, auch eine hohe Fachkraftquote von 75 Prozent. Auszubildende der Altenpflegeschule würden sehr häufig übernommen, beschreibt Pfarrer Rudolf Ruf, Vorstandsmitglied der Insula. Derzeit hat man 66 Jugendliche, die sich in der Altenpflege ausbilden lassen – davon sind 18 Anerkennungspraktikanten. Die Zahl der Mitarbeiter liegt bei 245.

Von Ramona Schittenhelm

Ausbildung als Journalistin im Berchtesgadener Land. Lokal- und Online-Journalismus sind meine Leidenschaft. Meine journalistischen Wurzeln liegen im Sport- und Technik-Journalismus.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen