Landtechnik-Branche bietet zahlreiche Möglichkeiten – nicht nur in der Groß-Industrie

Auch der Mittelstand präsentiert sich mit Erfolg auf der Agritechnica. <ahref="http://www.treffpunkt-regional.com">Michael Bachmaier</a>
Auch der Mittelstand präsentiert sich mit Erfolg auf der Agritechnica. Foto: Bachmaier

Hannover Die Kanzlerin Angela Merkel sowie Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner drehen im Fokus der Öffentlichkeit ihre Runde auf der größten Landtechnik-Messe in Deutschland, der Agritechnica. In den Medien findet man Bilder der großen Weltkonzerne des Landtechnik-Bereichs wie Fendt, New Holland, John Deere und all die anderen.  Gerade im landwirtschaftlichen Maschinenbau gibt es aber auch eine Reihe mittelständischer Unternehmen, die sich auf dem Weltmarkt behaupten. Mit einer deutlich geringeren Personaldecke wird dort selbst konzipiert, entwickelt und auf die individuellen Bedürfnisse des Kunden eingegangen. Eines dieser Unternehmen ist die oberbayerische Firma Albach Maschinenbau, die mit dem Silvator 2000 im Jahr 2006 einen selbstfahrenden Hacker auf den Markt gebracht hat. Getüftelt und geschraubt wird von Hand, neue Ideen werden unmittlebar durchdacht und individuell ausprobiert. Für Innovation ist hier Platz. Seit einigen Jahren nun hat sich die Albach Maschinenbau ihren Platz auf der Agritechnica gesichert – ein wenig heimatverbunden, vor allem aber weltoffen und international. Denn genau das sind die Kunden des mittelständischen Maschinenbau-Unternehmens, das mit rund 30 Mitarbeitern in Produktion, Konstruktion, Vertrieb und Verwaltung die Kundenbedürfnisse aufnimmt und berücksichtigt.

Agritechnica gilt als  Gradmesser für die Zukunft der Branche

In der Werkstatt wird viel geschraubt und getüftelt. <a href="http://www.treffpunkt-regional.com">Ramona Schittenhelm</a>
In der Werkstatt wird viel geschraubt und getüftelt. Foto: Ramona Schittenhelm

So wie die Land- und Forstwirtschaft immer im November nach Hannover schaut, so blickt die Forst-Branche auf das praxisorientierte Unternehmen aus dem oberbayerischen Menning. Der Heimatstandort des Unternehmens ist ein beschaulicher kleiner Ortsteil von Vohburg (Landkreis Pfaffenhofen / Ilm). Ein paar hundert Einwohner leben dort. Am Rand des Orts hat sich das Unternehmen angesiedelt. Aber das war nicht immer so. Denn angefangen hat alles mit einer kleinen Landtechnik-Werkstatt, die die beiden Brüder Franz und Michael Bachmaier 1994 eröffneten – mitten im Ort auf dem elterlichen Anwesen. Die beiden Landmaschinen-Mechaniker, die beide ihren Meister in der Tasche haben, haben dort ihr Hobby zum Beruf gemacht und schon von Beginn an nicht nur Traktoren und Schlepper repariert, sondern auch Sonderbauten entwickelt und konstruiert, neben dem Silvator 2000 eines der bekanntesten ein Deichmäher.

2700 Unternehmen, 48 Länder, über 350 000 Besucher: so dürfte auch 2011 die Bilanz der Agritechnica wieder ausfallen. Eine herausragende Bilanz. Da wirken die Erfolge, die das Handwerks- und Mittelstandsunternehmen aus Menning aufweist eher bescheiden. Verstecken braucht man sich in Menning dennoch nicht, hat man doch seit Bestehen der Firma nahezu in jedem Jahr mit kleiner Personaldecke großes geleistet und Neuentwicklungen im Landtechnik-Bereich umgesetzt. Manchmal waren es komplett neue Maschinen, manchmal Umbauten, die in der Ideenschmiede entstanden sind. Getüftelt wurde solange, bis die Maschine auch den Anforderungen der Praxis entsprach und genügte. Denn das ist eine der Maximen, die die Unternehmenschefs haben.

Vorteil familiäres Umfeld

Viele landtechnische Großkonzerne sind unüberschaubar. Das Menninger Unternehmen ist ein Familienbetrieb, die Atmosphäre kollegial-familiär. Man legt sehr viel Wert auf gemeinsame Aktivitäten – beispielsweise das gemeinsame Mittagessen, wo Chefs und Mitarbeiter gemeinsam an einem Tisch sitzen. Auch die Auszubildenden sind hier voll integriert, werden in die Arbeitskomplexe mit einbezogen und können ihre Fähigkeiten weiter entwickeln. Einsatzwillen und Bereitschaft seien jedoch wichtige Komponenten, die gerade auch die jungen Schulabgänger entwickeln sollten, erklärt Michael Bachmaier, der sich im Unternehmen u.a. um die Ausbildung der jungen Mechaniker kümmert. Denn gerade fundierte Ausbildung ist den Unternehmenschefs seit jeher wichtig. Irgendwann, so beschreibt Michael Bachmaier, hätte er aufgehört, all die Praktikanten und Auszubildenden, die man bereits auf den Weg gebracht wirklich mitzuzählen. Aber erinnern könnte er sich noch an alle.