Stichwahl entscheidet über Besetzung des Karlskroner Rathaus-Sessels

Karlskron Friedrich Kothmayr räumt seinen Stuhl – wer diesen übernehmen wird, ist bislang nicht klar. Sichtlich entspannt war der scheidende Rathauschef ab 18 Uhr bei der Bekanntgabe der Stimmen im Rathaus. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge wird sich Kothmayr nach zwei Amtszeiten als Chef im Rathaus von den Karlskronern verabschieden. In jedem Fall wird die Gemeinde zukünftig von einem Mann aus der Freien Wirtschaft geführt werden: von wem muss der Wähler in zwei Wochen bei der Stichwahl entscheiden.
Mit Stefan Kumpf (CSU) und Kurt Bachhuber (Freie Wähler) konnten sich zwei Kandidaten aus dem eher konservativen Lager in die Stichwahl kämpfen. Kumpf’s Vorsprung liegt dabei bei ziemlich genau zehn Prozent der Wählerstimmen gegenüber seinem Kontrahenten Bachhuber.

FW und CSU: Unser Ziel muss es sein, Bürger zum Wahlgang zu motivieren

Von der Wählerbeteiligung bei der Wahl waren alle vier Kandidaten unisono ein wenig enttäuscht. Knapp unter 70 Prozent der Wähler der Gemeinde gingen an die Urnen. Insbesondere im Briefwahlbereich konnte man hier klare Zuwächse erreichen. Daher müsse das große Ziel sein, Wähler an die Urnen zu bringen, die dieses Mal ihren Stimmzettel nicht abgegeben haben. Wie genau man dies erreichen wolle werde in den nächsten Tagen beschlossen. Die Freien Wähler haben für Montag schon eine Sitzung einberufen. Ort- bzw. Wahlkreisanalyse und Maßnahmenfestlegung für die nächsten zwei Wochen wird daher bei beiden Bewerbern ganz oben auf der Tagesordnung zu finden sein.

Die ‚Gleichsten‘ der beiden Kandidaten hätten es in die Stichwahl geschafft, beschreibt es Stefan Kumpf nach der Wahl. Und tatsächlich werden beide Kandidaten in den kommenden zwei Wochen ganz normal und ohne Urlaub ihrer Arbeit bei AUDI bzw. Media-Saturn nachgehen. „Ganz entspannt“, wie es Kurt Bachhuber beschreibt. Zwar sei sein Adrenalispiegel kurz vor 18 Uhr etwas angestiegen. Allerdings sei er ein eher ruhiges Gemüt, das nicht so schnell etwas aus der Ruhe bringt. Für ihn (und seinen Herausforderer) heißt es nun, das Wahlkampfteam noch einmal zu motivieren, gemeinsam um den Rathaus-Sessel zu kämpfen. Denn einer allein könne dies so gar nicht stemmen, da brauche es schon die Unterstützung der Gemeinderatsbewerber, erklärt Bachhuber.

Lena Hufnagel oder Reinhard Finkenzeller: zwei gebürtige Adelshausener können die Nutznießer sein, was die Sitze im Gemeinderat betrifft. Denn je nachdem, wer Bürgermeister wird können entweder Hufnagel (bei einer Wahl von Stefan Kumpf) oder Finkenzeller (bei einer Wahl Kurt Bachhubers) noch in den Gemeinderat aufrutschen. Denn der noch amtierende Gemeinderat Finkenzeller – jetzt in Mändelfeld daheim – und die JU-Ortsvorsitzende Hufnagel sind erste Nachrücker der CSU bzw. der Freien Wähler.

Wahlkampf-Nachschlag bei Stefan Kumpf und Kurt Bachhuber

Ein wenig hatten die beiden Stichwahl-Kandidaten schon mit der jetzigen Situation gerechnet – auch in etwa, was die prozentuale Verteilung betrifft. Und Bachhuber fügt hinzu: „Hätte ich frei und damit mehr Zeit, würde ich sicherlich noch den ein oder anderen Hausbesuch machen. So aber müssen wir andere Wege finden, wie wir die Karlskroner Bürger erreichen und motivieren können, in zwei Wochen noch einmal an die Urnen zu gehen.“ Beide Kandidaten gehen hier aber von einem fairen Wettstreit aus, da man sich ja (gut) kenne und auch ähnliche Ziele für die Donaumoos-Gemeinde habe. Ob allerdings eine ‚Podiumsdiskussion‘ (wie von den Freien Wählern ins Spiel gebracht) bei zwei Bewerbern die richtige Lösung wäre ist sich Stefan Kumpf nicht so sicher. Sicher sei jedoch, dass spätestens zum nächsten Wochenende Aktionen kommen werden – denn: „Nichts zu machen wäre grundverkehrt. Wir wollen doch schließlich die Bürger von unseren Qualitäten überzeugen.“