Politisches Engagement für eine nachhaltig geprägte Heimat

2020 wird im kommunalpolitischen Bereich neu gewählt. Pfaffenhofen (Ilm) liegt in der Mitte Bayerns in Schlagdistanz zur Landeshauptstadt München und der Großstadt Ingolstadt. Viele Menschen, die hier leben pendeln dorthin, um zu arbeiten.Der Landkreis mit seinen Gemeinden hat aber einiges an Vielfalt – speziell auch getragen durch Vereine – zu bieten für seine Bevölkerung. Weiterlesen

Auszeichnung für Anton Westner als vorübergehender Landrat

Pfaffenhofen Christoph Hillenbrand überbrachte die Regierungs-Glückwünsche direkt. 28 Monate lang war der stellvertretende Landrat Anton Westner zuletzt amtierender Landrat. Grund war die Betrugsaffaire um Josef Schäch. „Stellvertreter müssen immer mal damit rechnen, dass zeitweise der Ernstfall eintritt und sie selbst in die Speichen greifen müssen. Sie aber haben in dieser Funktion während einer für den Landkreis schwierigen Zeit mit Augenmaß das Amt des Landrats ausgeübt. Das geht weit über das hinaus, was man bei einer Wahl als ehrenamtlicher Stellvertreter für die eigene Lebensplanung an gesellschaftlichem Engagement einkalkulieren müsste. Umso mehr freut es mnich, dass sie mit hohem persönlichen Einsatz, sichtbarer Freude und durchaus erfolgreich für den Landkreis Pfaffenhofen gewirkt haben“, erklärte der Regierungspräsident im Rahmen einer kurzen Feier. Zwischen der Dienstenthebung Schächs am 2.4.2009 bis zum 2.08.2011 als der neu gewählte Landrat Martin Wolf seinen Dienst antrat, war Westner erster Mann im Landkreis. Davor – von 1990 bis 2008 – war Westner erster Bürgermeister der Marktgemeinde Reichertshofen, vor der Kommunalpolitischen Zeit war Westner als Beamter im Bayerischen Staatsministerium des Inneren tätig.

Pfaffenhofen hat einen neuen Kopf an der Spitze: Martin Wolf Landrat

Pfaffenhofen Der Landkreis Pfaffenhofen/Ilm, der zentral in Bayern liegt, hat gewählt. Der zum Regierungsbezirk Oberbayern gehörende Kreis, der zuletzt vom stellvertretenden Landrat Anton Westner (CSU) geführt wurde, hat quasi ab jetzt – formal ab dem 1. August 2011 – einen neuen Landrat: Martin Wolf. Eng war die Entscheidung, beide Kandidaten lagen knapp an der 50 %-Grenze.

Der Unions-Mann wechselt damit mit sofortiger Wirkung aus dem Ministerienbereich (Landwirtschaft) als oberster Chef in den Landkreis Pfaffenhofen. In seiner Heimatstadt mit einem Büro ausgestattet, sieht es Wolf jedoch als seine Aufgabe an, den kompletten Landkreis voran zu bringen. Nicht nur mit Repräsentationsaufgaben, sondern mit zählbaren Ergebnissen. Seniorenpolitik, Wirtschaftsstandort und Familienfreundlichkeit sind dabei nur drei der Themen, die in den kommenden Wochen und Monaten anstehen.

Trotz der engagierten Werbekampagnen von Rolf Deml ist es Martin Wolf gelungen, knapp seine aus der normalen Wahl gewonnene Führung zu behaupten. Deml von den Freien Wählern kann damit nicht die unmittelbare Nachfolge von Josef Schäch antreten uns als politischer Quereinsteiger den Landkreis führen und damit in die Fußstapfen seines Vaters Erich treten, der seinerzeit ebenfalls auf Kreisebene politisch agierte.

Ab etwa 18.20 Uhr wurde es langsam spannend, als die Wahlergebnisse der einzelnen Gemeinden herein kamen: mit Hettenshausen und Münchsmünster hatte CSU-Mann Wolf die ersten beiden Wahlgebiete für sich entscheiden können. Deml legte mit Manching nach, ehe für Wolf die Stimmgebiete Hohenwart, Hettenshausen und Schweitenkirchen und für Deml Ernsgaden hinzu kamen und sich eine Tendenz zu einem 55:45 zugunsten der CSU erkennen ließ. Die entscheidenden Gebiete Wolnzach, Pfaffenhofen und Geisenfeld ließen jedoch noch auf sich warten.

In der Heimatstadt vom gewählten Vorgänger Josef Schäch hatte dann Dr. Rolf Deml die Nase vorne. Das Kopf an Kopf-Rennen weiter ging. Ein über dem Kreis-Trend liegendes Ergebnis für die CSU dann aus Pörnbach (60:40) für Wolf. Rohrbach legte deutlich zu Gunsten Demls nach. Scheyern und Geroldsbach – die Heimat von FW-Landtagskandidatin Claudia Jung – gingen zu Gunsten Wolfs aus. Die Entscheidung blieb knapp – auch als 12 der 19 Gemeindeergebnisse vorlagen. Denn mit Vohburg, Geisenfeld und Pfaffenhofen waren noch die drei Landkreis-Städte offen.Vohburg ging mit knapper Mehrheit an Rolf Deml. Das Ergebniss im Kreisschnitt lag bei 52 zu 48 für Wolf bei noch 6 ausstehenden Gemeineergebnissen.

Baar-Ebenhausen ging hauchdünn, Geisenfeld – Demls Heimatstadt – klar an den Kandidaten der Freien Wähler. Ein klarer Trend zeichnete sich damit ab. Der Süden war eher schwarz, der Norden Orange gefärbt. Wolf behielt in seiner Heimatstadt Pfaffenhofen die Oberhand, so das alles an Reichertshofen, Ilmmünster und Reichertshausen lag.550 Stimmen, die Wolf gegenüber Deml dazu an Vorsprung hatte.

Reichertshofen ging an Deml, Ilmmünster an Wolf: Reichertshausen – also der Süden – hatte es bis zum Schluss in der Hand, da es ein Kopf-an-Kopf-Rennen um einzelne Stimmen war. Die Landkarte ist damit klar geteilt: Die Freien Wähler gewinnen bis auf Münchsmünster den Norden, die CSU den kompletten Süden.

31,50% der Wähler sind überhaupt an die Urnen gegangen. Damit hatte man eine erneut mäßige Wahlbeteiligung. Auf Deml entfielen 47,89 % der Stimmen, Wolf konnte 52,11 % für sich vereinnahmen.Damit waren es beim vorläufigen amtl. Endergebnis 1193 Stimmen Vorsprung für Martin Wolf.

Martin Wolf – 14732 Stimmen
Rolf Deml – 13539 Stimmen

Landkreis Pfaffenhofen ab ca. 18.30 Uhr wieder mit neuem Landrat

Pfaffenhofen Der Pfaffenhofener Martin Wolf tritt am heutigen Sonntag gegen den Geisenfelder Rolf Deml an. Beide Kandidaten möchten Landrat des Landkreises Pfaffenhofen werden. Nötig wurde die Neuwahl deshalb, weil der 2008 gewählte Landrat Josef Schäch aufgrund einer finanziellen Ungereimtheit während seiner Zeit als Bürgermeister in Wolnzach vom Amt zurück treten musste. Von 2009 bis jetzt agierte der Reichertshofener stellvertretende Landrat Anton Westner als amtierender Landrat. Beim Urnengang selbst am 17. Juli traten fünf Kandidaten an, Deml und Wolf qualifizierten sich für die Stichwahl.

Bereits am 17. Juli musste man im Landratsamt eine äußerst mäßige Wahlbeteiligung der Bürger zur Kenntnis nehmen. Am Stichwahl-Tag bis Mittag bot sich offenbar ein ähnliches Bild, obwohl es beim Landrat letztlich um das bedeutendste Amt im Landkreis Pfaffenhofen geht.

die Bürger haben noch bis 18 Uhr die Möglichkeit, in ihrem Wahllokal die Stimme abzugeben. Der Personalauswei oder der Wahlschein reichen. Die Ergebnisse der Wahl werden gegen 18.30 Uhr erwartet und hier auch bekannt gegeben.

Landratswahl in Pfaffenhofen: Rolf Deml oder Martin Wolf?

Pfaffenhofen Mit Martin Wolf und Rolf Deml stehen sich zwei Menschen gegenüber, die beide ihre ganz eigene Art gefunden haben. Am 31. Juli 2011 bei der Stichwahl um das Amt des Landrates im Landkreis Pfaffenhofen / Ilm, der seit fast zwei Jahren nach der Affaire um Alt-Landrat Josef Schäch kommissarisch vom stellvertretenden Landrat Anton Westner geführt wurde, bewerben sich die beiden, um das höchste politische Amt im Landkreis. Beide Bewerber wollen sich für ihren Heimatlandkreis einsetzen und – davon ist auszugehen – Nord- und Südgemeinden miteinander geschickt zu vereinen. Ziel von beiden Bewerbern ist es auch, die Wirtschaft im Landkreis und damit dessen Position in Flughafennähe weiter auszubauen und zu stärken. Wohnort-Nahe Arbeitsplätze, Krippenplätze, eine Versorgung bzgl. Kindergarten, Schule oder ähnliches ist hier sicherlich kein Wert, der bei einer Gegenüberstellung der beiden Kandidaten aufgeführt werden kann. Denn faktisch sind das Themen, die generell anfallen werden und vom gesamten Kreistag – der bereits gesteht bis 2014 – beschlossen und getragen werden müssen. Hier wird versucht, Punkte und Themen zu finden, die die beiden unterscheiden. Die Punkte werden aufgeführt, sind jedoch nicht als positiv- oder negativ-Wertung zu sehen:

Rolf Deml vs. Martin Wolf

Rolf Deml

Politik-Neuling
Freie Wirtschaft
Jurist
aufgewachsen im Landkreis, dann außerhalb, vor Kurzem wieder zurück
frischer Blick von außen
politisches Profil ist nach alle Seiten hin möglich
Einarbeitung in die Grundzüge der Verwaltung
Definitive Aussage: meine Amtszeit dauert 6 Jahre 

 

 

Martin Wolf

Kommunalpolitische Erfahrung im Stadtrat
politisches Netzwerk (Kommune bis Europa)
Verwaltungserfahrung
lebt(e) im Landkreis
Sicht auf Probleme des Alltags
kommunalpolitisches Profil ist vorhandne / bekannt
steht einer Zusammenführung der Wahlperioden offen gegenüber (Entscheidung liegt beim Kreistag  – Wahl-/Kostenfrage)
Erfahrung im Bereich Betriebsführung (Verwaltungsapparatur)

 

Ob die Entscheidung nun für den einen oder gegen den anderen Kandidaten ausfallen wird, sollte jeder Landkreisbürger für sich selbst entscheiden am Wahlsonntag zwischen 8 und 18 Uhr.

{lang: ‚de‘}

Rolf Deml – Landratskandidat der Freien Wähler

Einer der Landratskandidaten ist Dr. Rolf Deml. Der Politikneuling ist erst seit diesem Frühsommer Mitglied der Freien Wähler und schickt sich an, der direkte gewählte Nachfolger von Josef Schäch zu werden. Aus der freien Wirtschaft kommend ist es das Ziel Demls, frischen Wind ins Landratsamt zu bringen und den wirtschaftlichen Stillstand zu beseitigen. Bei seinen Wahlkampfauftritten seien im Bürger durchaus gesprächsbereit begegnet, wenn es um die Personalie Schäch gegangen sei. Allerdings sei er davon völlig unvorgelastet gewesen. Den Bürgern ginge es um aktuelle Anliegen, erklärte Deml. Lösungsorientiertes Arbeiten und ein Übergangs-Miteinander mit Anton Westner seien Dinge, die für den Landratskandidaten relevant sein, die politische Vorbelastung in der Familie sei es neben dem eigenen Interesse gewesen, dass ihn zur Kandidatur bewogen hätte. Denn sei Heimatlandkreis solle sich wirtschaftlich gut entwickeln. Ökologie und Ökonomie müssten stimmig sein. Ziele müssten daher sein

1) Fachhochschulausgründungen in den Landkreis Pfaffenhofen

2) Innovations- und Technologizentrum;

3) Unterstützung der Betriebe (gerade im Bereich der Ausbildung; Kooperation mit Arbeitsagentur);

4) Fort- und Weiterbildung zu stärken.

Denn gut ausgebildete Leute im Landkreis seien wichtig, so Deml, der seine politische Unerfahrenheit nicht als Problem sondern als Chance sieht, etwas zu bewegen, z.B. auch in Punkto Kinderstation bzw. Bürgernähe.

 

Martin Wolf – Landratskandidat der CSU

Guten Morgen Herr Wolf. Sie möchten Landrat im Landkreis Pfaffenhofen werden und damit die Nachfolge von Josef Schäch antreten. Ganz ehrlich: Was erwartet den Landkreis-Bürger bei einem möglichen Landrat Martin Wolf?

Martin Wolf: Ein Landrat, der für eine offene, ehrliche und demokratische politische Kultur sorgen will. Ich möchte die anstehenden Fragestellungen gemeinsam mit den Menschen lösen und werde insbesondere bei Problemen und Konflikten direkt auf die Betroffenen zugehen. Ich will ein Landrat sein der offensiv die Zukunftsfragen angeht.

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Wirtschaft  und Lösungsorientierung – gute Stichworte: ist es da für Sie von Vorteil, das mit Anton Westner der amtierende Landrat (zukünftig dann wieder Vize-Landrat) aus den eigenen Reihen kommt und Sie gut in die Amtsgeschäfte einführen kann?

Martin Wolf: Anton Westner hat in den vergangenen zwei Jahren eine gute Arbeit gemacht, er unterstützt mich im Wahlkampf offensiv und wird nach der Wahl wieder den Stellvertreter Posten einnehmen. Falls ich die Wahl gewinne ist das für mich eine optimale Startsituation.

Die CSU-Doppelspitze im Landkreis also. Denken Sie, dass dies in den Köpfen der Wähler bereits rumgeistert und dies für Sie ein Nachteil werden könnte?

Martin Wolf: Ich denke, dass es eher von Vorteil ist, wenn ein Landrat und sein Stellvertreter gut harmonieren. Zu kontrollieren, dass keine Klüngelei passiert, dazu ist der Kreistag da.

Thema Bauanträge und Unternehmen: soll also die Bürokratie in Punkto Unternehmensansiedlungen bzw. Unternehmenserweiterungen auch gelockert werden, um wohnortnah Arbeitsplätze zu sichern und die Region zu stärken?

Martin Wolf: Eine Verwaltung soll mit hoher Qualität aber auch bürgernah arbeiten. Das heißt, das Anliegen der Bürger ist ernst zu nehmen und der rechtliche Rahmen im Sinne des Bürgeranliegens bestmöglich auszuschöpfen. Ich lege wert auf intensiven Austausch mit den Antragstellern und zeitnahe Entscheidungen.

Und wie soll sich der Landkreis wirtschaftlich entwickeln?

Martin Wolf: Gerade bei den Wirtschaftsdaten ist unser Landkreis bundesweit mit an der Spitze (Beispiel 2% Arbeitslosigkeit, Hohe Investitionsrate der Unternehmen je Beschäftigten). Dennoch ist es wichtig, dass wir uns nicht auf dem Erreichten ausruhen. Im Norden bieten sich neue Chancen durch die Expansion von Audi. Durch die Energiewende wird neue Wirtschaftskraft im gesamten Landkreis entstehen, aber auch durch interkommunale Zusammenarbeit (siehe Rohrbach/Wolnzach) geben sich neue Chancen für die Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes. Das Landratsamt soll diese Entwicklung konstruktiv unterstützen.

Interkommunale Zusammenarbeit – denken Sie nicht, dass sich die Gemeinden dabei zu sehr als Konkurrenz sehen (Gewerbesteuer geht vlt. an Kommune A, weil dort der formale Firmensitz ist)?

Martin Wolf: Genau dieses Konkurrenzdenken steht oft einer Interkommunalen Zusammenarbeit im Wege. Zwischenzeitlich gibt es allerdings bayernweit sehr gelungene Beispiele und die Verteilung der Gewerbesteuereinnahmen ist mit bewährten Verteilschlüsseln gut regelbar. Der große Vorteil liegt im wesentlich geringerem Flächenverbrauch und einer wirtschaftlicheren Erschließung.

Und diese Beispiele wollen Sie bei Problemen anführen. Sind Sie so ein guter Diplomat? – Was sind denn ihre ganz persönlichen Stärken?

Martin Wolf: Ich denke, dass es zu meinen Stärken gehört, die Menschen gerade bei unterschiedlichen Interessen zusammen zubringen, Expertenwissen dazu zunehmen und gemeinsam Lösungen für die Zukunft zu entwickeln. Ich sehe mich weniger als Diplomat, viel mehr als Moderator und Impulsgeber.

Sie waren bislang nicht großartig in der (kommunalen) Politik. Eine gewisse Eingewöhnungsphase wird notwendig sein. Bis wann dürfen wir mit welchen Ergebnissen Ihrerseits rechnen (also welche Projekte sind für Sie ‚Herzensangelegenheiten‘)?

Martin Wolf: Ich bin seit 1996 Stadtrat in Pfaffenhofen und dort Stellvertretender Fraktionssprecher der CSU Fraktion. Ich denke, dass mir die Umstellung auf den Kreistag in kurzer Zeit gelingen wird. Herzensangelegenheit sind mir die Themen Bildung und Energiewende. Als Landrat würde mich morgen damit starten.

Politiker werden nach einer Wahl ja häufig zum Gratulanten, der in die Kameras lächelt. Wird ein Martin Wolf nach einem möglichen Wahlsieg am 17. Juli (bzw. nach einer denkbaren Stichwahl zwei Wochen später) auch mehr repräsentieren, statt aktiv zu agieren?

Martin Wolf: Wie so oft im Leben ist es notwendig, das richtige Maß zu finden. Natürlich wird erwartet, dass ein Landrat auch repräsentiert. Ich will ein Landrat werden der aktiv agiert und von den Menschen auch als solcher wahrgenommen wird.

Vernetzung mit den Landkreis-Bürgern (z.B. per Facebook). Ist das für Sie nur ein Wahlkampf-Instrument oder soll es auch bei einem möglichen Wahlsieg einen für die Bürger ‚erreichbaren Landrat‘ geben?

Martin Wolf: Wenn ich gewählt werde, will ich ein Landrat sein, der für alle Bürger unkompliziert erreichbar ist. Selbstverständlich will ich dazu die gängigen Medien einsetzen. Viele Bürger stehen einem Netzwerk wie Facebook noch skeptisch gegenüber. Ich erlebe gerade, dass man damit sehr schnell mit den Menschen kommunizieren und politische Aussagen transportieren kann. Bei privaten Angelegenheiten neige ich allerdings zur Zurückhaltung.

In Pfaffenhofen kennt man Sie. Besteht da nicht die Gefahr, dass Pfaffenhofen bei zukünftigen Landkreis-Entscheidungen stärker als andere Städte und Gemeinden (z.B. in den Randgebieten) bevorzugt wird?

Martin Wolf: Bereits im Wahlkampf will ich zeigen, dass mir alle 19 Gemeinden gleich wichtig sind. Ich habe bei meiner Terminplanung sogar ein leichtes Übergewicht bei den Nordgemeinden, auch um noch mehr über die dortigen Anliegen zu erfahren.

2 x Pfaffenhofen, 2 x Geisenfeld und einmal Münchsmünster. Die geografische Aufteilung der Herkunftsorte der fünf Kandidaten im Schwerpunkt auf die bisher hauptsächlich genannten Landkreis-Ballungsgebiete Geisenfeld und Pfaffenhofen beschränkt. Der Landkreis Pfaffenhofen reicht aber von Münchsmünster bis Jetzendorf und hat auch viele kleine oder weniger bekannte Sehenswürdigkeiten: welche Orte begeistern sie denn besonders (und warum)?

Martin Wolf: Eine besondere Beziehung hab ich zum Kloster Scheyern. Ich bin dort auf das Gymnasium gegangen und freue mich dass mit der BOS eine so zukunftsfähige Einrichtung angesiedelt werden konnte. Ich schätze das Schloss Jetzendorf, gerade auch wegen der Schlosskonzerte und habe mir erst kürzlich im Wahlkampf einen Eindruck von der Burganlage in Vohburg verschaffen können. Sie ist ein wunderbarer Rahmen für die dortigen Festspiele. Bauten sind für mich immer dann reizvoll, wenn es gelingt sie durch kulturelles Leben mit einer hohen Anziehungskraft auszustatten, zum Beispiel Kulturhalle Pfaffenhofen und Hopfenmuseum Wolnzach.

Am 17. Juli 2011 werden viele Landkreisbürger einen Stimmzettel mit fünf Namen vor sich haben.  Namen von Politikern, die bislang landkreisweit nur bedingt in Erscheinung getreten sind. Wie möchten Sie dies ändern bzw. haben Sie realistisch betrachtet eine Chance gegen die Konkurrenz?

Martin Wolf: Ich werbe intensiv für meine Vorstellungen von Politik und erlebe bei meinen Auftritten eine große Zustimmung. Trotz des vergleichsweise kurzen Wahlkampfs denke ich kann sich der interessierte Wähler über die Medien und die Live-Auftritte ein gutes Bild von den Kandidaten machen. Ich rechne mir gute Chancen aus.

Welche speziellen Fähigkeiten bringen Sie (auch auf Grundlage Ihrer bisherigen Tätigkeiten) in ein mögliches Landrats-Amt ein?

Martin Wolf: Ich glaube dass ich von der Natur die Eigenschaft mitbekommen habe, offen und mit einer positiven Grundeinstellung auf alle Menschen zuzugehen. Durch meine Herkunft aus der Landwirtschaft und mein Studium der Agrarwissenschaften mit Schwerpunkt Betriebswirtschaft habe ich schon von Jugend auf ein Gefühl für nachhaltiges Wirtschaften verinnerlicht. Sicherlich bin ich aufgrund meiner beruflichen Arbeit ein erfahrener Verwaltungsfachmann. Aufgrund meiner derzeitigen Tätigkeit als Leiter des Führungsreferates für die Bereiche Landwirtschaft an 47 Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bayern verfüge ich über die notwendige Führungserfahrung.

Okay … soweit zum beruflichen: was für ein Typ Mensch steckt (so ganz privat) hinter Martin Wolf?

Martin Wolf: Es ist nicht ganz einfach, seinen eigenen Typ Mensch zu beschreiben. Das könnten nahestehende Menschen sicher sehr viel besser. Ich bin sicher ein verlässlicher Typ. Wenn ich mich für etwas entschieden habe, dann zieh ich das zu 100% durch und alle die mich begleiten, können sich auf mich verlassen.

Vielen Dank für das interessante und spontan geführte Gespräch. Ihnen – genauso wie Ihren vier Gegenkandidaten – viel Glück bei der Wahl.

Genau dieses Konkurrenzdenken steht oft einer Interkommunalen Zusammenarbeit im Wege. Zwischenzeitlich gibt es allerdings bayernweit sehr gelungene Beispiele und die Verteilung der Gewerbesteuereinnahmen ist mit bewährten Verteilschlüsseln gut regelbar. Der große Vorteil liegt im wesentlich geringerem Flächenverbrauch und einer wirtschaftlicheren Erschließung.

Vielen Dank für das Interview. Ihnen – genauso wie Ihren Gegenkandidaten – viel Glück bei der Landratswahl am 17. Juli.

Franz Rothmeier – Landratskandidat der SPD

Guten Tag Herr Rothmeier. Sie möchten Landrat im Landkreis Pfaffenhofen werden und damit die Nachfolge von Josef Schäch antreten. Ganz ehrlich: Was erwartet den Landkreis-Bürger bei einem möglichen Landrat Franz Rothmeier?

Franz Rothmeier: Durch die außergewöhnliche Situation ist im Landkreis auch einiges liegen geblieben was wir jetzt gemeinsam anschieben sollten. Ich habe dazu 33 konkrete Impulse ausgearbeitet die ich Ihnen gerne kurz vorstelle. Da alle Kandidaten im Landkreis relativ unbekannt sind, denke ich kommt es umso mehr auf unsere Themen an. Insofern nun zu den Impulsen. Ein Beispiel hieraus ist z.B. der Bereich Bürgerservice und Verwaltung. Für mich ist das Landratsamt ist eine Serviceeinrichtung. Da sollten alle Bürger gleich behandelt werden
Ich will deshalb eine Außenstelle des Landratsamtes im Norden einrichten. Damit alle den gleichen Weg ins Landratsamt haben. Außerdem will ich Bürgersprechstunden in allen Gemeinden abhalten. Ebenso wichtig halte ich es, dass das Landratsamt Kriterien gegen Kinderarbeit und unfaire Löhne bei allen Kreisausschreibungen einsetzt.

Neue Bewegung, mit Besonnenheit und Taktgefühl ;-).

Ich denke, dass viele Bürgerinnen und Bürger lieber einen ganz normalen Menschen „wie du und ich“ im Landratsamt haben wollen als einen abgehobenen Bürokraten. Durch meine jetzige Situation nach dem Abschluss meiner Altersteilzeit bin ich jetzt in dem Vorteil dass ich unabhängig bin. Des heißt ich muss mir nichts mehr beweisen. Ich kann sagen was ich denke, und ich kann tun was ich sage. Mir sind die Themen über die wir uns lange Gedanken gemacht haben sehr wichtig.

 

Bürgersprechstunden in allen Gemeinden: sie glauben, dass dies zeitlich machbar sein wird?

Franz Rothmeier: Bürgersprechstunden finden jetzt alle 4 Wochen im Landratsamt PAF statt. Warum sollten die nicht regelmäßig in einer anderen Gemeinde stattfinden?

Wirtschaft – auch ein wichtiger Punkt: ist es da für Sie von Vorteil, das Sie  – derzeit stellvertretender Landrat – mit Anton Westner dem aktuell amtierende Landrat (zukünftig dann wieder Vize-Landrat) bereits zusammen gearbeitet haben und so zeitnah aktiv werden können?

Franz Rothmeier: Dass ich mich bereits mit den Aufgabengebieten eines Landrates und den Themen, die die Menschen im Landkreis bewegen, vertraut machen konnte, ist sicher kein Nachteil.

In punkto Wirtschaft kann ich Ihnen sagen, dass wir bspw. in Wirtschaftsdynamik Nr. 2 in Deutschland aber unter den letzten 20 von 439 Landkreisen wenn es um die Vereinbarkeit und Familie und Beruf geht. Und echte Wirtschaftsförderung ist aus meiner Sicht in erster Linie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen.
Deshalb müssen wir hier einiges anschieben und zum Beispiel um eine umfassende Kinderbetreuung und Ausbildung gewährleisten. Hilfreich wären hier auch neue Schulmodelle (z.B. wie die Gemeinschaftsschule) wo die Kinder bis zur 10 klasse beieinander bleiben. Und nicht schon in der 3. oder 4. klasse so großen Leistungsdruck ausgesetzt sind. Außerdem könnten auch viele jetzige Schulstandorte vor allem auf dem Land erhalten bleiben. Mit Toni Westner werde ich auch weiterhin gut zusammenarbeiten. Den Zusammenhang Ihrer Frage in punkto Westner und Wirtschaft verstehe ich allerdings nicht.

Sie sagen schon jetzt, nur für 3 Jahre zu kandidieren, damit die Wahlzeiten wieder parallel sind mit dem Kreistag. Soll es nach 3 Jahren noch einmal weiter gehen?

Franz Rothmeier: Bis dahin bin ich 64, würde, wenn es die Gesundheit erlaubt, gerne erneut kandidieren.

Thema Bauanträge und Unternehmen: soll also die Bürokratie in Punkto Unternehmensansiedlungen bzw. Unternehmenserweiterungen auch gelockert werden, um wohnortnah Arbeitsplätze zu sichern und die Region zu stärken?

Franz Rothmeier: Baugesetze haben einen Spielraum und sollen zugunsten der Bürger und Unternehmen ausgelegt werden. Innerhalb der Gesetze sollte so eine positive Politik betrieben werden.

Was sind denn ihre ganz persönlichen Stärken?

Franz Rothmaier: Ich bin unabhängig und niemandem verpflichtet und kann sagen, was ich denke. Das Verständnis für die Lokalpolitik ist ebenso vorhanden, wie die Landkreispolitik (stellvertretender Landrat).

Vernetzung mit den Landkreis-Bürgern (z.B. per Facebook). Ist das für Sie nur ein Wahlkampf-Instrument oder soll es auch bei einem möglichen Wahlsieg einen für die Bürger ‚erreichbaren Landrat‘ geben?

Franz Rothmaier: Einen erreichbaren Landrat wird es geben, z.B. im Landratsamt, in den Gemeinden draußen oder per Web. Auch nach der Wahl.

Sie müssten sich ja erst in die Amtsgeschäfte einarbeiten. Es heißt ja immer Verwaltung und Bürokratie der öffentlichen Hand hat ihre Grenzen. Welche ersten Akzente (und wann) dürften wir von Ihnen denn erwarten?

Franz Rothmeier: Mein erster Schritt wird der sein, das Vertrauen der Bürger wieder zu gewinnen. Das ist in den letzten Jahren verloren gegangen. Dazu zählt auch der Schritt mit der Verkürzung der aktuellen Amtszeit auf drei Jahre, damit die Wahlen wieder zusammen geführt werden. Danach – sofern es die Gesundheit erlaubt – würde ich regulär für eine weitere Amtszeit antreten.

Vor allem auch deshalb, weil der Landkreis relativ groß ist? Der Landkreis Pfaffenhofen reicht von Münchsmünster bis Jetzendorf: welche Orte begeistern sie denn besonders (und warum)?

Franz Rothmeier: Für einen Tagesausflug oder Urlaub ist sicherlich Scheyern mit seinem Kloster ein schöner Ort. Insgesamt hat der Landkreis aber viele verschiedene schöne Flecken. Eigentlich kann man überall etwas wirklich Schönes finden.

Werden wir da mit Franz Rothmeier einen Landrat des „Nordens“ erleben?

Franz Rothmeier: Ganz sicher nicht – ich stamme zwar aus dem Landkreis-Norden, bin aber für alle Landkreisbürger gleichermaßen da. Egal ob aus dem Norden, der Mitte oder dem Süden. Ich möchte mit dem Vorhaben „Außenstelle Landratsamt“ eig. nur den Mitbürgern gleiche Bedingungen für die Erreichbarkeit schaffen. Als Beispiel kann man sich hier Eichstätt vorstellen – da gibt es ja auch in Ingolstadt eine Außenstelle.

Am 17. Juli 2011 werden viele Landkreisbürger einen Stimmzettel mit fünf Namen vor sich haben.  Namen von Politikern, die bislang landkreisweit nur bedingt in Erscheinung getreten sind. Wie möchten Sie dies ändern bzw. haben Sie realistisch betrachtet eine Chance gegen die Konkurrenz?

Franz Rothmeier: Eine Chance besteht immer. Jeder startet von der gleichen Position aus. Jeder muss mit seinen Ideen überzeugen. Die 33 Impulse auf meiner Webseite für einen besseren Landkreis sind ein Weg, damit ich transparent allen zeige, wo ich politisch hin möchte. Dazu kommen die regelmäßigen Infostände vor Ort sowie entsprechende Bürgerstammtische.

Welche speziellen Fähigkeiten bringen Sie in ein mögliches Landrats-Amt ein?

Franz Rothmeier: Ich bin seit 30 Jahren in der Kommunalpolitik, seit 3 Jahren Landratsstellvertreter. Ich war Produktionsplaner in der Petrochemie und musste da gut organisiert und exakt arbeiten. Ich bin und bleibe aber Landkreis-Bürger wie jeder andere. Das würde auch die Wahl zum Landrat nicht ändern.

Kurz noch zu meiner Person: ich komme aus Münchsmünster, wir sprechen da oben im Norden auch vom Dreiländereck, der nördlichen Grenze des Landkreises zu Kehlheim und Eichstätt. Noch bevor ich lesen und schreiben konnte, war es meinem Vater wichtig mir im Kindergartenalter das Geigespielen und Notenlesen beizubringen. Ich war als Junge bei den „Regensburger Domspatzen“ und nach der Realschule habe ich meine erste Band gegründet. Musik ist bis heute meine große Leidenschaft. Noch immer spiele ich regelmäßig in der Stubenmusik Münchsmünster den Contrabass und singe im Gesangsverein. Ich bin seit 37 Jahren mit meiner Heidi verheiratet. Gemeinsam haben wir zwei mittlerweile erwachsene Söhne großgezogen. Bis vor kurzem war ich Mitarbeiter der Petrochemie Münchsmünster, zuständig für Produktionsplanung und Produktionsabrechnung. Meine politische Heimat ist seit 35 Jahren die SPD. Helmut Schmidt war damals Bundeskanzler und ich klebte Plakate. Ich bin zweiter Bürgermeister der Gemeinde Münchsmünster und seit 2008 Kreisrat und stellvertretender Landrat.

Den Erfolg des Landrats kann man nicht an der Medienpräsenz messen, sondern an konkreten Ergebnissen, in denen sich der Bürger wieder findet. Daran möchte ich mich als Landrat von den Bürgern auch messen lassen.

Vielen Dank für das interessante und spontan geführte Gespräch. Ihnen – genauso wie Ihren vier Gegenkandidaten – viel Glück bei der Wahl.

Rainer Daschner – Landratskandidat der FDP

Guten Morgen Herr Daschner. Sie möchten Landrat im Landkreis Pfaffenhofen werden und damit die Nachfolge von Josef Schäch antreten. Ganz ehrlich: Was erwartet den Landkreis-Bürger bei einem möglichen Landrat Rainer Daschner?

Rainer Daschner: Einen Gestalter. Der Landkreis braucht frischen Wind und nicht Stillstand. Ich komme aus der freien Wirtschaft und bin durch meine Tätigkeit als Ingenieur gewohnt, genau das zu tun, was der Landkreis jetzt braucht. Innovation! Hinzu kommt meine Unabhängigkeit. Beamte hat das Landratsamt genug. Der Landrat sollte deshalb keiner sein, der Behörendenarbeit in gewohnter Weise fortführt. Zusätzlich möchte ich es den Bürgern und Unternehmern möglich machen, dass Rechstfragen in Bauverfahren kulant behandelt werden und Bauanträge schnellstmöglich bearbeitet und genehmigt werden. Das hilft den Bürgern und fördert die Wirtschaft.

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Die Bürger im Landkreis Pfaffenhofen müssen sich entscheiden: Landratsposten wird neu besetzt

Bei der letzten regulären Landratwahl gewann Josef Schäch von den Freien Wählern gegen Rudi Engelhardt (CSU), der als Amtsinhaber angetreten war. Beide Kandidaten stammen aus dem Markt Wolnzach. Die Kreistagsmitglieder wählten Anton Westner (CSU) zu seinem Stellvertreter. Das dies noch von Bedeutung werden würde, hat zu Beginn der Amtszeit kaum jemand gedacht. Allerdings musste Westner für eine ganze Zeit als „amtierender Landrat“ agieren, nachdem um Josef Schäch  Vorwürfe laut wurden. Der ehemalige Wolnzacher Bürgermeister soll während seiner damaligen Amtszeit in Finanz-Vorfälle verwickelt gewesen sein. Da nun ein rechtskräftiges Urteil vorliegt, ist Schäch als Landrat nicht mehr ‚tragbar‘ und die Landkreisbürger müssen einen Nachfolger wählen.

Fünf Kandidaten stellen sich am 17. Juli 2011, möchten Landrat im Landkreis Pfaffenhofen / Ilm werden. Das Portal www.treffpunkt-regional.com beleuchtet die fünf Bewerber