Friedensethik muss diskutiert werden

Berlin Franz-Josef Overbeck und Martin Dutzmann die beiden Militärbischöfe der katholischen und der evangelischen Christen sind sich einig. Die beiden Theologen möchten eine breit angelegte Debatte zur Friedensethik entfachen. Den beiden Seelsorgern geht es hier nicht nur um einzelne Einsätze wie den der Bundeswehr in Afghanistan, erklärte Militärbischof Overbeck in Berlin. Vielmehr gehe es um die grundsätzliche Berechtigung eines militärischen Engagements, beispielsweise in den afrikanischen Ländern, in denen es immer wieder zu Terroranschlägen islamistischer Gruppen kommen wurde. Overbecks evangelischer Kollege Dutzmann geht noch weiter: es gäbe kein schlüssiges Konzept für die Sicherheitseinsätze der Bundeswehr. D.h. die Soldaten wüssten nur unzureichend, worauf sie sie in den jeweiligen Fällen wirklich einlassen würden. Gerade im Zusammenhang mit der Strukturreform der Bundeswehr stellten beide großen christlichen Kirchen noch einmal heraus, dass das Seelsorge-Angebot nicht nur die Soldaten selbst, sondern auch deren Angebote umfasst.

 

 

Verteidigungsministerium gibt die Standorte bekannt, die geschlossen werden

Berlin Die Bundeswehr-Standorte stehen fest, die im Zuge der Bundeswehr-Reform von einer Schließung betroffen sind. Zukunftig soll die Bundeswehr nur noch rund 170 000 Soldaten haben. Thomas de Maiziere legte heute mittag die endgültige Liste vor.  Über die Republik verteilt werden folgende 31 Standorte aufgelöst:

Nordrhein-Westfalen: Kerpen, Königswinter

Niedersachsen: Era-Lessien, Lorup, Schwanenwede

Mecklenburg-Vorpommern: Lübtheen, Rechlin, Trollenhagen

Schleswig-Holstein: Alt Duvenstedt, Bargum, Glücksburg, Hohn, Hürup, Seeth, Ladelund, Lütjenburg

Thürigen: Ohrdurf

Hessen: Rotenburg a.d. Fulda

Bayern: Fürstenfeldbruck, Kaufbeuren, Penzing

Sachsen: Mockenrehna

Rheinland-Pfalz: Bad Neuenahr-Ahrweiler, Birkenfeld, Kusel, Speyer, Emmerzhausen

Baden-Württemberg: Hardheim, Hohentengen, Immendingen, Sigmaringen

 

In den anderen Bundesländern sind keine Standorte von den Schließungen betroffen.

Drei Standorte in Bayern sind von der Bundeswehrreform betroffen

Manching / München Der Standort in Oberstimm wird dem Rotstift der Bundeswehrreform zum Opfer fallen. Soweit konnte man Horst Seehofers (CSU) Aussagen am Mittwoch abend vor der Landtagssitzung in München deuten. Der Bundeswehrfliegerstandort in Lagerlechfeld sowie Roth bleiben dagegen offensichtlich erhalten. Der Freistaat wird aber im Zuge der Reform, die im Frühjahr durch Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) eingeläutet wurde, einige Einschnitte hinnehmen müssen. Denn das Bundesheer muss von 250 000 auf etwa 170 000 Soldaten schrumpfen. Dadurch, dass man die Wehrpflicht ausgesetzt hat, ist man bereits bei einem Stamm von 200 000 Soldaten, der Rest muss über Standort-Kürzungen erreicht werden.

Aktuell gibt es etwa 400 Standorte, im Zuge der Reform sollen 30 davon geschlossen und 58 verkleinert werden. Am heutigen Mittwoch wollte Verteidigungsminister Thomas de Maiziere mit den Details vor die Presse treten.

Im Vorfeld durchgesickert war, dass Oberstimm seine Kaserne – die FlaRak-Gruppe 23 – verlieren wird. Nach Roth in Mittelfranken beispielsweise kommt die Offizierssschule der Bundeswehr. Für Bayern bedeutet die Reduzierung im Bundeswehrsektor einen Einschnitt in die Arbeitsplatzsituation, da gerade hier einige High-Tech-Arbeitsplätze im Militärbereich angesiedelt sind.

POL&IS – Weltpolitik spielend verstehen: 50 Schüler des Donau-Gymnasium Kelheim gestalten gemeinsam Weltpolitik

Der Jugendoffizier der Bundeswehr aus Regensburg führt von Montag, 25.07.11 bis  Mittwoch, 27.07.11 (Montag 10.00 Uhr – 17.00 Uhr, Dienstag und Mittwoch 08.00 Uhr bis 17.00 Uhr) die Simulation Politik und Internationale Sicherheit im Großen Sitzungssaal des Landratsamts Kelheim durch. Dadurch soll den Schülern die Möglichkeit gegeben werden, internationale Politik hautnah im interaktiven Rollenspiel zu gestalten und dabei „einmal selbst Minister zu sein“.

In der interaktiven Simulation Politik und internationale Sicherheit (POL&IS) können die Teilnehmer Weltpolitik live erleben.

Als Regierungschef oder Minister in elf Regionen lösen sie politische Probleme, schließen Bündnisse und sichern so den Wohlstand ihrer Bevölkerung. Auch die Vereinten Nationen, die Weltbank, die Weltpresse und Nicht-Regierungsorganisationen (wie Greenpeace) sind als Akteure dabei. Alle üben Einfluss auf das Weltgeschehen aus. Nationale und internationale Beziehungen in Politik, Wirtschaft und Sicherheit werden so deutlich.

POL&IS vermittelt das Zusammenspiel politischer, ökonomischer und ökologischer Faktoren – die Prozesse realer Weltpolitik im Kleinen. Aber auch soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit und Konfliktmanagement werden dabei spielend geschult. Während die Teilnehmer vor der Gruppe die Interessen ihrer Region vertreten üben sie sich zugleich in Rhetorik und feilen an ihrer Präsentationstechnik, denn erfolgreiche Politik heißt auch gehört und verstanden werden.

Die Wehrpflicht läuft aus

Der 30. Juni 2011 ist der letzte Tag, an dem Wehrpflichtige ihren Dienst bei der Bundeswehr absolvieren. Die Wehrpflicht wurde abgeschaft, bleibt jedoch im Grundgesetz verankert, so dass man sie bei Bedarf wieder einführen könnte. Seit Bestehen der Wehrpflicht – 54 Jahre – haben mehr als acht Millionen Wehrpflichtige ihren Dienst bei der Bundeswehr geleistet. Am heutigen Donnerstag nun verlassen die letzten Wehrdienstleistenden die Kasernen. Ab Freitag ist die Bundeswehr rein auf freiwillige Diensthabende ‚beschränkt‘. Zuletzt lag der Wehrdienst bei sechs Monaten. Damit ist auch die Zeit des verpflichtenden Wehr- bzw. Wehrersatzdienstes (Zivildienst) beendet. Dieser soll ersetzt werden durch militärischen oder zivilen Freiwilligendienst.

Deutscher Soldat kommt in Afghansistan ums Leben

Ein deutscher Bundeswehr-Soldat ist bei einem Anschlag ums Leben gekommen. Nach Bundeswehrangaben wurden fünf weitere Kameraden bei ihrer Aufgabe verletzt, drei davon schwer. Dazu gekommen ist es, weil eine Sprengfalle in der Nähe eines deutschen Konvois explodierte. 36 Kilometer südlich der Stadt Kundus ereignete sich der Vorfall, verursacht durch die Taliban. Gemeinsam mit den Anschlägen in der vergangenen Woche sind nun vier getötete und zahlreiche verletzte Soldaten zu beklagen.