Mehrfachverwertungen – Rechercheaufwand effektiv nutzen

Einmal recherchieren, x-mal veröffentlichen: Akquise, Mehrfachverwertung und Exposé“

Mehrfachverwertungen von einmal recherchierten Themen kann mitunter für freiberufliche Journalisten ein wirtschaftlich sinnvoller Aspekt sein. Denn die Honorare im Zeitungs-, Zeitschriften- und Hörfunkbereich gehen eher nach unten als nach oben.

Wichtig sind dabei einige Punkte:

  • Wie finde ich die passenden Medien für mein Thema?
  • Wie baue ich eine Recherche so auf, dass sie mehrfach verwertbar ist?
  • Was biete ich wem zu welcher Zeit an? (Stichwort Print und Online)
  • Wie gehe ich auf neue Redaktionen zu?
  • Wie sieht ein gutes Exposé aus (Form, Inhalt, Stil)?

Berücksichtigen muss man dabei aber auch rechtliche Fallstrike wie z.B. die Frage „was ist erlaubt und was geduldet bei der Mehrfahverwertung von Texten“?

Hostwriter – Journalisten verbinden sich zu mehr Unabhängigkeit und Qualität

Tabea Grzeszyk, Sandra Zistl und Tamara Anthony sind die drei Macher hinter hostwriter.org Foto: hostwriter.org
Tabea Grzeszyk, Sandra Zistl und Tamara Anthony sind die drei Macher hinter hostwriter.org Foto: hostwriter.org

Hostwriter – was wird das wohl wieder für eine neue Seite im Internet sein? Neugierig geht der Blick in Richtung Facebook. Ist da schon etwas zu finden darüber? Was verbirgt sich hinter dem Ganzen?

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Die Bodensee-Region journalistisch in Szene gesetzt

Der Bodensee liegt im Dreiländer-Eck Deutschland, Österreich und Schweiz. Aktuelles aus der Region Konstanz. Als Regionalzeitung aus der Region Konstanz befasst sich der Südkurier mit dem Themen rund um den Bodensee. Weiterlesen

Journalismus ist weit mehr als nur Artikel schreiben

Die Medienwelt wandelt sich. Wurden Artikel früher mit der Druckmaschine gesetzt, werden die Seiten heute direkt am Rechner zusammengestellt, belichtet und an direkt an den Druck weiter gegeben. Die Vorlaufzeiten verkürzen sich damit. Wer noch vor 20 Jahren Journalismus betrieb, der kannte den sog. Klebeumbruch. D.h. Artikel wurden ‚gesetzt‘, ausgedruckt und per Aufkleben auf ein Blatt Papier zusammengestellt. Dies diente als Vorlage für die Druckseite.

Um die Jahrtausendwende – also in den letzten zehn Jahren – wurde von den Redakteuren ein immer umfassenderes Wissen erwartet: die Eier legende Wollmilchsau war gefragt, die Schreiben konnte und zugleich als VJ die Beiträge für das (lokale) Fernsehen gleich mit lieferte. Die Entwicklung von Verlagsseite her ging dabei häufig dahin, hier nur mehr sog. Freie Journalisten einzusetzen und ein Terminbezogenes Honorar zu bezahlen – Beiträge für Hörfunk, Zeitung und Fernsehen inklusive.

Inzwischen haben einige Verantwortliche bereits festgestellt: Werte und Qualität gehen dabei verloren. Denn: geschrieben wird in der heutigen Zeit von vielen. Nur bleibt die Frage ob Verteilung, inhaltlicher Qualität und journalistischem Hintergrund. Volontariate – also die Grundausbildung des Journalismus – sind zwar noch wichtig. Wer Journalist werden will wird sich zuünftig jedoch darauf einstellen müssen, zuerst ein Studium zu absolvieren.

Journalismus-Studenten jobben häufig bereits seit Jahren in der Branche

Michael Hirschler ist Referent beim Deutschen Journalisten-Verband (DJV). Der DJV ist die Interessenvertretung der Journalisten und bietet Hilfestellungen, Kontakte und Beratungen für seine Mitglieder. Der Referent erklärt: „Normalerweise sind Studenten mit einem reduzierten Beitrag in der gesetzlichen Krankenkasse versichert bei einem studentischen Arbeitsverhältnis.“ Diejenigen studentischen Medienschaffenden, die beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk tätig sind, sind auch weiterhin als Studenten gesetzlich Krankenversichert. Voraussetzung sei, dass die wöchentliche Tätigkeit nicht über 20 Stunden liegen würde. Bei unter 400 Euro erfolgt in der Regel eine Anmeldung als geringfügig beschäftigter, liegt das Brutto über der Grenze, so erfolgt eine einkommensabhängige Einzalung in Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung. Liegt die Arbeitszeit über den 20 Stunden, so ist das Privileg der studentischen Arbeitskraft weg. Der Student gilt als ganz normale Arbeitskraft. Eine Ausnahme ist dann, wenn es sich um eine befristete Tätigkeit (Stichwort: Semesterjob) handelt. Hier heißt es jedoch auch, die entsprechenden hierfür geltenden Grenzwerte zu berücksichtigen.

Wer als Journalismus-Student selbständig bzw. freiberuflich tätig ist, der muss sich entsprechend absichern. Es sei daher empfehlenswert, so Hirschler, eine regelmäßige journalistische Tätigkeit bei der Künstlersozialkasse (KSK) anzumelden. Über die ist der journalistische Student dann nämlich bereits Rentenversichwert, was dem späteren Rentenguthaben ja entsprechend angerechnet wird. Den diesbezüglichen Beitrag zahlen jeweils zur Hälfte der Journalist und die KSK. Ist der Student mehr als 20 Wochenstunden tätig, gilt er nicht mehr als Student, sondern als freier Journalist und ist voll kranken-, pflege- und rentenversicherungspflichtig. In den ersten Jahren kann dies als Berufsanfänger eingestuft werden. Danach muss man mindestens einen Gewinn von 3900 Euro erwirtschaften. Eine Freiberufliche Tätigkeit ist beim Finanzamt anzumelden. Wird man gewerblich tätig (Marketing und PR), so ist eine Gewerbeanmeldung bei der Gemeinde des Firmensitzes erforderlich.

Recherche ist die Basis des Journalismus

Um einen Text zu veröffentlichen bedarf es einer fundierten Recherche. D.h. Journalisten prüfen Informationen, die sie erhalten, machen sie dadurch zu Fakten. Die Recherche ist dabei die Pflicht eines Autoren. D.h. ein einfaches kopieren von Fakten ohne diese selbst geprüft zu haben ist journalistisch gesehen ein „No go“. Das Minimum der Recherche ist dabei, bei beteiligten Stellen die Informationen gegenzuprüfen. Ein wirklich erfolgreicher Rechercheur dagegen geht hier noch einen Schritt weiter. Gerade, wenn es um heikle Informationen geht gelingt es ihnen mit Geschick und Erfahrung, ihre Fakten trotzdem überprüfen zu kjönnen. Ggf. mit Hilfe von Ersatzinformationen.

Allerdings ist es gar nicht unbedingt immer leicht, einen schriftlichen Beleg zu erhalten, wenn es um heikle Themen geht. Denn manchmal bekommt man zwar die Möglichkeit, Unterlagen einzusehen, nicht jedoch, diese zu kopieren, damit man diese bei der weiteren Recherche und der späteren Berichterstattung fundiert nutzen kann.

Gerade bei möglicherweise Problematischen Recherchen ist es jedoch auch zum eigenen Schutz wichtig, dass man Belege und Unterlagen dokumentiert und sich als der betreffende Journalist auch in den eigenen Unterlagen abheftet. Auch nach der Veröffentlichung (Stichwort: Prozessrisiko). So lässt sich beispielsweise die Unterlassungserklärung eines Firmenchefs, dem die Berichterstattung über ein Thema nicht gefallen hat beiseite legen. Denn: man hat ja die Belege, die die eigenen veröffentlichten Informationen belegen vorliegen.

Recherchebelege helfen auch gegen Erinnerungslücken, wenn man den umfassenden Artikel erst zu einem späteren Zeitpunkt schreibt. In vielen Fällen kommt man weiter, wenn man das Vertrauen der Gegenseite gewinnen kann. Wenn nicht, weißt es eine gewisse Kreativität walten zu lassen, erklärt Ele Schöfhaler in ihrem Praxistipp für Journalisten „Recherche-Praxis“ (Journalisten-Werkstatt / Medium Magazin).

Notebook, Netbook, Tablet – oder doch der klassiche PC

Höher, schneller, weiter … irgendwie kann man das auch auf die sich entwickelnde schnelllebige Medienzeit anwenden. Denn durch dien Nutzung von sozialen Netzwerken hat sich die Verbreitung von Nachrichten und Informationen immens entwickelt.

Journalisten stehen daher häufig vor der Frage: welche Geräte brauche ich, um Schritt halten zu können? – Reicht ein einfaches Handy und ein Faxgerät oder ist ein Smartphone mit mobilen Anwendungsmöglichkeiten ein Muss. Das hängt letztlich auch ein wenig vom eigenen Interesse und dem Einsatzgebiet ab. Ein Journalist, der über Neuerungen im elektronischen Bereich berichtet, der sollte die Neuheiten natürlich alle möglichst zeitnah als erster kennen. Ein normaler Zeitungs- oder Hörfunkjournalist sollte insbesondere Anwendungen und Anwendungsmöglichkeiten kennen und wissen, welche Möglichkeiten er hat. Denn nur so kann er abwägen, ob er diese im Alltag braucht und überhaupt integrierne kann.

Die Handys der heutigen Zeit beispielsweise können im Zweifelsfall auch als Fotokamera genutzt werden, die Qualität der Bilder ist gut. Für Journalisten, die crossmedial arbeiten kann es ebenfalls von Vorteil sein – kleine Video- und Audio-Sequenzen, die man für eine multimediataugliche Präsentation seines Artikels verwenden kann, sind damit durchaus machbar.

Wenn es um die Frage nach dem Arbeitsgerät geht – PC, Laptop oder Tablet – kommen ebenfalls einige Faktoren ins Spiel: für Journalisten, die viel auch unterwegs und auf Reisen sind, ist ein Notebook bzw. Laptop mit einer entsprechenden Arbeitsleistung sicherlich sinnvoll. Bilddatenbanken oder Video-Datenbanken sollte man versuchen, extern – ggf. auf einer eigenen Festplatte mit spezieller Sicherung – ablegen. So verlangsamt es nicht die Arbeitsleitung des Rechners. Journalisten, die dagen häufig im eigenen Büro arbeiten, sind u.U. mit dem PC besser bedient, speziell auch, wenn es um Layoutaufgaben geht. Denn hier kann ein fester Platz mit einem entsprechend großen Bildschirm-Monitor durchaus hilfreiche Dienste leisten.

Viel wichtiger als das Gerät selbst sind jedoch die Kapazität, die das Gerät hat und die Programme und Anwendungsmöglichkeiten. Denn die benötigen mitunter einiges an Speicherplatz: ein kleines Schnittprogramm bei Audio-Journalisten kann ebenso sinnvoll sein, wie ein Bildbearbeitungsprogramm für Print- und Online-Spezialisten. Daher sollte man sich versuchen, von den eigenen Arbeitsschwerpunkten ein Bild zu machen.

Je nach Art des Gerätes ist es natürlich auf unterschiedliche Art und Weise möglich, zu arbeiten. Als Journalist sollte man aber selbstverständlich Zugang zum Internet haben: per Feststation oder per mobilem USB-Stick.

Nachrichtenbasiert arbeitende Journalisten als soziale Netzwerker

Ein Handbuch für Journalisten, wie man sich am Besten im Dschungel der sozialen Netzwerke bewegt ist es das Buch von Daniel Bouhs „Soziale Netzwerke für Nachrichtenjournalisten“. Versehen mit der ISBN-Nummer 978-3-8424-6756-9 wurde es herausgegeben von der Nachrichtenagentur dapd. Der Kostenpunkt für das Buch liegt bei 24,90 Euro.

Aber was erwartet den Leser des Buches? Bouhs hat versucht, kompakt das wesentliche zum Thema Social Media und Nachrichtenjournalist zusammen zu fassen. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass man merkt, dass Bouhs sich in der digitalen Welt auskennt und dennoch nicht von oben herab auf den Leser belehrend auftritt sondern eher erklärend. Denn dadurch ist es auch nicht ganz so digital-affinen Journalisten möglich, sich näher mit dem Thema auseinander zu setzen und den Mehrwert für die eigene journalistische Arbeit zu entdecken und zu erkennen.

Denn wichtig sind soziale Netzwerke für die Arbeit eines Journalisten geworden, egal ob es sich nun um Twitter, Facebook, Google+ oder andere – vielleicht regionalere – Netzwerke handelt. In den großen Redaktionen gehört die Social-World zum Alltag. Allerdings, so Bouhs, sollte man beim Twittern und Posten auf einige Dinge achten und das journalistische Handwerkszeug das man aus dem klassischen Printbereich kennt durchaus anwenden. Auch wenn manches in dem Buch nicht in die Tiefe geht (was bei einem kompakten Grundwerk sicherlich auch nicht möglich sein kann) so kann man sich hier dennoch einen ganz guten Überblick zum Thema verschaffen.