Trotz Spaziergängen Eigentumsregeln beachten

Der Corona-Lockdown verlangt den Bürgern eine Menge ab. Das weiß auch Dr. Till Backhaus, Agrar- und Umweltminister in Mecklenburg-Vorpommern. Dennoch sei es wichtig, dass man bei seinen Ausflügen in der Natur von landwirtschaftlichen Flächen fern bleibe. Denn für die Landwirte sei dies ihr Lebensunterhalt und vor allem ihr Eigentum. Denn immer häufiger passiere es, dass private Spaziergänger auf den betrieblich genutzten Flächen des Landwirtes zu finden seien.

Offenbar ist nicht für alle Menschen auf Anhieb ersichtlich, wo sich landwirt­schaftliche Flächen befinden und betreten bzw. befahren bestellte Felder mit Autos, Quads oder Schlitten.„Erholung in der Natur ist besonders in dieser Zeit wichtig, dennoch sollte aus Respekt vor der Arbeit der Landwirtinnen und Landwirte und den Nahrungsmitteln, die auf den Flächen erzeugt werden, Rücksicht genommen werden“, so Minister Backhaus weiter.

Denn grundsätzlich ist – unabhängig von Landwirtschaft oder nicht – geregelt, dass fremde Grundstücke ohne Erlaubnis nicht befahren oder betrete werden dürfen. Und das gelte nun einmal auch für die landwirtschaftlichen Grundstücke. Bereits jetzt wachsen unter den teils noch vorhandenen Schneedecken bereits Winterweizen, Winterraps oder Wintergerste. Durch unbedachtes Queren können diese Kulturen zerstört und somit die Existenzgrundlage der Landwirte beeinflusst werden. Darüber hinaus stört das unbefugte Queren der Flächen auch die dort lebende Tiere. „Mein Tipp, reden Sie mit Ihren Landwirtinnen und Landwirten vor Ort und fragen Sie sie, welche Felder beispielsweise nicht bestellt und möglicherweise begehbar sind. Fragen Sie um Erlaubnis für ein gutes Miteinander“, rät der Landwirtschaftsminister.

Landwirte am Pranger

Rote Gebiete. Keine Gülle mehr. Verbot von Spritzmitteln. Bienen-Bürgerbegehren. – Wenn man die vergangenen Monate zurückblickt ergibt sich der Eindruck: Landwirte machen alles falsch. Parallel sinken aufgrund Abnahmeschwierigkeiten die Preise für Rind und Schwein, Tiere die ein Zuviel an Gewicht haben werden preislich deutlich abgewertet. Dies sowie immer stärkere Reglementierungen führen seit Jahren zu einer deutlichen Veränderung der Landschaft in Bayern, das über Jahrhunderte von der Landwirtschaft geprägt war. Vor rund 100 Jahren gab es hier noch fast 700 000 Höfe, die Landwirtsfamilien konnten gut davon leben.

Landwirtschaftliche Existenzen stehen auf dem Spiel

Die rückläufigen Zahlen ergeben sich auch aus dem jetzt vorgestellten Bericht des Statistischen Landesamtes. Demnach gibt es in Bayern aktuell (2020) noch 84.600 Höfe. Vor Zehn Jahren waren es noch über 100.000, um 2000 sogar 150.000 Landwirtschaftliche Hofstellen.

Über 12.000 hauptberufliche Bauern waren es, die in den letzten 10 Jahren das Handtuch geschmissen haben. Mehr als die Hälfte der verbliebene Höfe in Bayern wird inzwischen im Nebenerwerb betrieben – Tendenz steigend. Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU / Foto: StMELF) plant aufgrund dieser Zahlen eine „Hofnachfolgestrategie“ inklusive Existenzgründerförderung, wie das Ministerium mitteilte.

Wandel in der Gesellschaft – Kulturgut geht verloren

Im ganz langfristigen Vergleich wird das Ausmaß des Wandels besonders deutlich: Vor hundert Jahren gab es 670 000 Höfe im damals noch sehr landwirtschaftlich geprägten Bayern. Hier ist etwa ein Drittel aller deutschen Landwirte daheim. „Mit jedem familiären Hof, der aufgegeben muss, stirbt auch ein Stück bayerischer Kultur“, sagte Kaniber dazu. Die verbleibenden Höfe werden immer größer – was auch der sich entwickelden Saat- und Erntetechnologien geschuldet ist. Die durchschnittliche Betriebsgröße ist innerhalb von zehn Jahren von 32 auf 36 Hektar gestiegen. Auch die Zahl derjenigen Betriebe, die Tiere halten sinkt – die Zahl der Großbetriebe steigt. Kaniber plädierte für eine gute Balance zwischen den „gesellschaftlichen Erwartungen an mehr Naturschutz und Tierwohl auf der einen Seite und wirtschaftlichen Zukunftsperspektiven für die Betriebe auf der anderen Seite“. Der Ausgleich zwischen Ökonomie und Ökologie sei das Ziel einer modernen Landwirtschaftspolitik.

Agrarbericht legt Zahlen offen

Im Agrarbericht, den das Landwirtschaftsministerium herausgibt, kann man die Zahlen sehr genau verfolgen. Betriebe mit einer traditionellen Größenklasse zwischen 10 und 50 Hektar an Nutzfläche werden weniger. Der Agrarbericht 2020 zeigt an, dass es noch 105.300 Bauernhöfe mit einer Durchschnittsgröße von rund 30 Hektar gibt. Jährlich sind es aktuell etwa 0,7 Prozent Landwirte, die ihren Betrieb aufgeben. Damit bleibt die Zahl der Betriebsaufgaben zwar auf hohem Niveau, liegt aber nach wie vor niedriger als vor rund 5 Jahren. 2017 waren letztlich noch 106.718 Höfe in Bayern, um 2500 weniger als noch 2 Jahre zuvor. Der durchschnittliche Gewinn eines landwirtschaftlichen Betriebes lag demnach bei rund 55.000 Euro – zumeist bei einer 7-Tage-Woche und der kompletten mithelfenden Familie. Der Agrarbericht bezieht sich jeweils auf die vorangegangenen zwei Wirtschaftsjahre und wird im Sommer neu herausgegeben.

Projektlandwirt Anton Wörmann beschreibt RAST-Projekt

Fachtagung Milchviehhalter: Analysieren wird für Milchviehhalter in der Zukunft immer wichtiger

Fütterung anpassen
Prof. Dr. Hubert Spiekers vom Landwirtschaftlichen Zentrum in Grub war einer der Hauptreferenten. Spiekers ist u.a. in der Arbeitsgruppe die seit einigen Jahren an den Vorgaben der Düngeverordnung arbeitet. Er gab den Landwirten eine Einschätzung, wie es möglich ist, die dann geltenden Grundwerte wirklich einzuhalten. Foto: Ramona Schittenhelm

Weichering Die erste Kälbergeburt breits mit 25 statt mit 28 Monaten: laut Professor Dr. Hubert Spiekers vom Institut für Tierernährung und Futterwirtschaft bringe dies Einsparmöglichkeiten bei der Nährstoffbilanz. Und die hat im Zusammenhang mit der bevorstehenden Düngeverordnung die die Landwirte zukünftig betrifft erhebliche Auswirkungen. Spiekers war einer von vier Referenten auf der Fachtagung für Milchviehhalter in Weicheringer Landgasthof Voglsang. Weiterlesen

Biogasanlage in Unterstall liefert Strom aus Mais und Gras

Bergheim Mais, Gras und Gülle – vergärt – sind die Basis des Stroms, der von Unterstall in der Gemeinde Bergheim aus ins Stromnetz geht. In der dortigen Biogasanlage werden rund 1.900 Megawattstunden grüner Strom produziert werden pro Jahr. Bislang waren es in der 250kW-Anlage bereits 500.000 Kilowattstunden, die durch die Vergärung der Naturstoffe bereits entstanden sind – und davon braucht man reichlich pro Jahr 7 000 Tonnen, was insbesondere auch aufgrund der kooperierenden Landwirte aus der unmittelbaren Umgebung möglich ist. Kurze Anfahrtswege sorgen neben dem umweltfreundlichen Strom gleich doppelt für eine Entlastung der Umwelt. Die Biogasanlage in Bergheim wird betrieben durch die Stadtwerke-Tocher regionova GmbH, mit der anfallenden Wärme wird die örtliche Grundschule in Unterstall beheizt.

Auf der Agritechnica 2011 werden 10 Prozent mehr Aussteller erwartet

HannoverDie Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG), die als Veranstalter der Agritechnica auftritt, rechnet 2011 mit einer um über zehn Prozent gestiegenen Ausstellerzahl als im Vorjahr. Die Landwirtschafts- und Agrarmesse in Niedersachsens Hauptstadt Hannover findet vom 15. bis 19. November 2011 statt und ist die weltgrößte Fachmesse für Landtechnik. Bei den Mehr an Ausstellern wrden viele Firmen zu finden sein, die erstmals ihre Produkte und Dienstleistungen auf der Agritechnica anbieten, wobei das Ausstellungsprogramm relativ weit gefasst ist: Landtechnik, landwirtschaftliche Betriebsmittel, Management für den Pflanzenanbei. 2010 waren 355 000 Besucher auf der Messe in Niedersachsen. Auf über 300 000 m2 Fläche verteilten sich etwa 2600 Anbieter und Aussteller.

Neben den klassischen bekannten Fahrzeugen werden auf der diesjährigen Fachmesse auch Unimogs und Zetros präsent sein und die Landwirtschaft als Transportbranche sehen. Der Zetro – ein Fahrzeug aus der Mercedes-Benz-Serie – bietet als Agrologistikfahrzeug vielfältige Möglichkeiten. Technik, Sicherheit, Wendigkeit und eine Mehrfachnutzung stellen hier immer wieder auch Herausforderungen für die Hersteller dar, die sich in einer eigenen Halle präsentieren.

Erntedankfest – Dank an Gott für das Leben, die Vielfalt der Natur und das gute Leben

Erntekrone und Erntealtar (Foto: Ramona Schittenhelm)
Erntekrone und Erntealtar (Foto: Ramona Schittenhelm)

Erntedank ist in den katholischen Kulturkreisen ein Fest mit Tradition. Die Menschen danken Gott für die (gute) Ernte bzw. dafür, dass sie ein angenehmes und lebenswertes Leben haben. In vielen Kirchen findet man am ersten Sonntag im Oktober häufig Feldfrüchte, Getreide und andere Gaben wie Mehl, Honig oder Wein, die am Altar aufgestellt werden. In der Mitte prangt eine aus Getreide gefertigte Erntekrone. Diese ist aua Getreide oder Weinreben geflochten. Die Gläubigen feiern gemeinsam den Gottesdienst, die Gedanken gehören u.a. der Arbeit in Gärten und Landwirtschaft. Die Erntegaben werden vielfach nach dem Fest an Bedürftige oder karitative Einrichtungen verteilt. Das Erntedankfest geht auf die Zeit vor Christus zurück. Vgl. Riten gab es in Nordeuropa, dem Römischen Reich oder dem Judentum (Schawuot – vlt.  Laubhüttenfest, im Herbst – 2 Mos 23,16). In der katholischen Kirche feiert man seit dem 3. Jahrhundert das Erntedankfest, einen einheitlichen Termin gab es jedoch nie, da es zu viele unterschiedliche Klimazonen auf der Welt gibt. Nach der Reformation bürgerte sich in verschiedenen evangelischen Gemeinden der Michaelstag (29. September bzw. der darauf folgende Sonntag) ein. Im Rheinland ist es z.B. sehr häufig traditionsbedingt der erste Oktobersonntag. Seit der kath. deutschen Bischofskonferenz 1972 ist es generell der erste Oktobersonntag, wobei den Gemeinden ein gewisser Spielraum verbleibt.

In den USA gibt es den sog. „Thanksgiving Day“ am vierten Donnerstag im November, in Kanada wird „Thanksgiving“ am zweiten Montag im Oktober gefeiert (was dem Columbus Day-Feiertag in den USA entspricht). Wie in den Vereinigten Staaten ist das kanadische Thanksgiving ein staatlicher Feiertag auf Bundesebene.Der kanadische Thanksgiving und das christliche Erntedank-Fest sind eng mit einander verbunden.

Die Landwirtschaft erlebt eine grundsätzliche Richtungsdebatte

Berlin Jedes Jahr stehen die Debatten um den Haushalt an. Im Zusammenhang mit der Agrarpolitik und Entwicklung in der Landwirtschaft hat man die Diskussion in eine grundsätzliche Richtungs-Debatte münden lassen. Wie soll es auf dem Agrarsektor weiter gehen und welche Perspektiven hat er? – Soll die Landwirtschaft auf den Export ausgerichtet sein oder viel mehr unter industrie-fernen Komponenten biologisch agieren?

Für Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner – so konnte man bei der aktuellen Haushaltsdebatte vernehmen, sei es wichtig gewesen, das man auf ideologische Grabenkämpfe verzichtet habe. Denn, so Aigner, die Bundesregierung habe dem Agrar-Sektor eine größere Bedeutung eingeräumt und darauf verzichtet, Verbraucher und Landwirte gegeneinander auszuspielen.

Die Union tritt für eine Landwirtschaft ein, die sich am Export orientiert. Ziel sei es, so Franz-Josef Holzenkamp, agrarpolitischer Sprecher der Union, die Landwirtschaft unternehmerisch und mittelständisch zu positionieren um so Beschäftigungsperspektiven zu bieten. Exportchancen sollen Genutzt und die Weltposition behauptet werden. Denn, so Holzenkamp, der Agrarexport im ersten Halbjahr 2011 habe sich positiv entwickelt: „Die Exporte hochverarbeiteter Produkte gehen nicht in Entwicklungsländer und zerstören dort auch keine Märkte.“ Nicht alle Produkte könnten überall hergestellt werden, so der Unionssprecher. Daher sei der Welthandelt letztlich unabdingbar. Allerdings müsste man lt. Holzenkamp aufpassen, die heimischen Landwirtschaftsbetriebe nicht mit zu hohen Auflagen zu vergraulen. Als Beispiel nannte er hier die Legehennenhaltung. Der Unionspartner FDP mit seiner Agrarsprecherin Dr. Christel Happach-Kasan unterstützt diese Sichtweise und spircht von einer Effizienzsteigerung in der landwirtschaftlichen Produktion. Die Koalition wolle die Wettbewerbsverzerrungen auf europäischer Ebene abbauen und die Agrardieselbesteuerung angleichen, so auch weiterhin das Ziel, dem man sich stellen möchte.

Demgegenüber steht die Sichtweise der Grünen, die laut ihrem Sprecher Friedrich Ostendorf eine bäuerliche Landwirtschaft in der Zukunft begrüßen würden. Diese bäuerliche Struktur sollte – als Gegenpool zur Industrialisierung – erhalten bleiben und sei richtungweisend für eine ökologische Landwirtschaft. Cornelia Behm verstärkte diese Aussage dadurch, dass man viel mehr im Bereich Förderung des Ökolandbaus unternehmen könnte und sollte.

Für die SPD und deren Sprecher Dr. Wilhelm Priesmeier ist es am Wichtigsten, die Finanzmittel für die Landwirtschaft (Fördermittel) zu legitimieren. Möglich sei dies mit Klima- und Bodenschutz sowie dem Erhalt der biologischen Vielfalt und dem Einsatz erneuerbarer Energien. Landwirte seien bereit zu investieren, die Sicht- und Denkweise würde unter unternehmerischen Gesichtspunkten erfolgen.

Insgesamt umfasst der Agrar-Haushalt 2012 Ausgaben in Höhe von 5,28 Milliarden Euro. Mit 70 Prozent den Löwenanteil macht die landwirtschaftliche Sozialversicherung (LSV) aus. Die Ministerin wies darauf hin, dass die in Aussicht gestellten zusätzlichen 75 Millionen Euro für die landwirtschaftliche Unfallversicherung (LUV) an die Schaffung eines LSV-Bundesträgers geknüpft sei: „Die Mittel werden nur dann zur Verfügung stehen, wenn der einheitliche Bundesträger tatsächlich zustande kommt.“ Die Agrarstruktur und der Küstenschutz sei mit 600 Millionen Euro ein wichtiger Posten, ebenso Wissenschaft, Forschung und Entwicklung mit 500 Millionen Euro.

Die Landwirtschaft bietet zahlreiche Arbeitsplätze

Berlin Es gibt wieder mehr Arbeitsplätze in der Landwirtschaft. Seit etwa fünf Jahren steigt die Zahl der Erwerbstätigen wieder. Diese Aussage traf Dr. Helmut Born, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbands (DBV), in einem Interview mit der Wirtschaftszeitung AKTIV, deren Leserschaft der deutschen Industrie zuzuordnen ist. 2006 sei der Tiefpunkt mit 837.000 Erwerbstätigen gewesen. Inzwischen sind es schon wieder fast 860.000 Bauern, so Born. Vor allem die Tierhaltung und der Anbau von Obst und Gemüse habe in den vergangenen Jahren dazu beigetragen.
„Unsere Obst- und Gemüsebauern haben ihre Flächen innerhalb von 10 Jahren um fast ein Fünftel ausgedehnt. Die Geflügelhaltung nahm ähnlich stark zu. Auch die Zahl der Mastschweine wuchs enorm. 1995 gab es hierzulande circa 39 Millionen Schlachtungen von Schweinen, im vorigen Jahr waren es 59 Millionen“, fasste Dr. Born zusammen.
Weiter stellte Born in den Interview heraus, dass Agrarexporte eine immer größere Rolle spielen. Da die Bevölkerung in Deutschland schrumpfe werde der Export immer wichtiger, zum Bespiel mit Wurst- und Fleisch-Spezialitäten nach Russland, Südkorea oder China. „Die Menschen dort essen gerne Schweinefleisch aus Deutschland.“ Born betonte, dass auch die nachwachsenden Rohstoffe, also der Anbau von Raps, Mais, Getreide für Biosprit und Biogas, deutlich zum Beschäftigungszuwachs beigetragen haben.

Bauern fahren schlechtere Ernteergebnisse ein als im Vorjahr

(DBV) – Mit einer Getreideernte von rund 39 Millionen Tonnen und einer Rapsernte von 3,7 Millionen Tonnen liegt die diesjährige Ernte in Deutschland deutlich unter dem Vorjahresergebnis. Die Getreide- und Rapsernte des Jahres 2011 fällt äußerst mager aus, teilte der Deutsche Bauernverbandes (DBV) in seiner abschließenden Erntebilanz mit. Die Erntemenge bei Getreide entspricht einem Rückgang von nahezu 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Beim Raps sind es sogar 34 Prozent, so der DBV. Auch im langfristigen Vergleich fällt die Ernte klein aus. „Die extrem ungünstige Witterung während der gesamten Vegetationsphase hat unsere diesjährige Ernte auf das Niveau des extrem trockenen und heißen Jahres 2003 fallen lassen“ berichtete Dr. Klaus Kliem, Vorsitzender des DBV-Fachausschusses für Getreide und Präsident des Thüringer Bauernverbandes, auf der Ernte-Pressekonferenz des DBV in Berlin.

Im Einzelnen erklärte Kliem: „Die Aussaat in 2010 war nässebedingt äußerst unbefriedigend. Der Winter brachte vor allem Rapsbeständen Frostschäden. Das Frühjahr wurde durch Hitze und Trockenheit von März bis Mai zum Sommer und die Erntezeit ab Ende Juni fiel buchstäblich ins Wasser, vor allem im Nordosten Deutschlands. Noch immer laufen dort die Mähdrescher. Wir kämpfen um jeden Doppelzentner Getreide und Raps“.
Für etwas Entspannung bei den Ackerbauern sorgen die aktuellen Erzeugerpreise. Mit derzeit 190 Euro pro Tonne Brotweizen bewegen sie sich auf dem Niveau des Vorjahres. Die Rapspreise liegen mit 423 Euro pro Tonne sogar knapp 70 Euro pro Tonne oberhalb des Preises von vor einem Jahr. „Das hört sich zunächst besser an, als es für viele Betriebe ist“ kommentierte Kliem die wirtschaftliche Situation. „Denn Einkommen erzielen können nur die Landwirte, die auch etwas zu verkaufen haben. Oft bereitet es aber schon größte Mühe, die geschlossenen Vorverträge einhalten zu können“. Zudem erreiche Brotgetreide vielfach nur noch die Qualität von Futtergetreide. Auch haben die schlechten Erntebedingungen die Kosten, vor allem durch zusätzliche Trocknung, erheblich steigen lassen.
Hinsichtlich zu erwartender Verbraucherpreise wies Präsident Kliem daraufhin, dass auch die weltweit knappe Versorgungslage bei Nahrungsmitteln und spürbare Kostensteigerungen (z. B. für Düngemittel und Energie) zwangsläufig zu höheren Nahrungsmittelpreisen führen werden. Der Anstieg dürfte aber im Rahmen der allgemeinen Inflationsrate bleiben.
Bei den einzelnen Kulturen kommt der DBV zu folgenden Ergebnissen:
Winterweizen ist mit einer Anbaufläche von 3,19 Millionen Hektar die wichtigste Getreidekultur in Deutschland. Trotz der widrigen Witterungsverhältnisse konnten die Weizenflächen in vielen Regionen Deutschlands schon zu einem großen Teil abgeerntet werden. Eine Ausnahme bilden hier Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern sowie Teile Niedersachsens. Nach den bisherigen Ernteergebnissen ist eine Weizenernte von rund 21 Millionen Tonnen zu erwarten. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von gut 2 Millionen Tonnen bzw.
12 Prozent. Da Weizen vielfach mit Feuchtegehalten von bis zu 20 Prozent geerntet und anschließend getrocknet wurde, hielten sich die Qualitätseinbußen bisher in Grenzen. Bei den noch zu erntenden Partien werden jedoch nur noch Futterqualitäten erwartet.
Die Erntemenge der Wintergerste beträgt in diesem Jahr nur 6,4 Millionen Tonnen. Damit liegt das Ergebnis knapp 26 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Dies ist auf einen erneuten Rückgang der Anbauflächen um mehr als 8 Prozent auf 1,19 Millionen Hektar zurückzuführen. Zusätzlich sind die Hektarerträge im Bundesdurchschnitt um fast 19 Prozent auf 5,4 Tonnen pro Hektar zurückgegangen.
Die Anbaufläche der Sommergerste wurde im Vergleich zum Vorjahr um knapp 22 Prozent auf 421.500 Hektar ausgedehnt. Ein hoher Anteil umgebrochener Rapsflächen und deutlich bessere Braugerstenpreise haben die Attraktivität des Sommergerstenanbaus gesteigert. Das Ertragsbild fällt äußerst heterogen aus. Während in Niedersachsen ein Ertragszuwachs gegenüber dem Vorjahr von über 20 Prozent und niedrige Proteingehalte erzielt werden konnten, fielen in Rheinland-Pfalz, Sachsen und Sachsen-Anhalt die Erträge gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent, vereinzelt auch um 30 Prozent, ab. Hier fallen die Proteingehalte zudem vielfach zu hoch aus. Im Gesamtergebnis der Sommergerstenernte kommt die Flächenausdehnung aufgrund der teils deutlichen Ertragsrückgänge nur bedingt zum Tragen. Die Erntemenge der Sommergerste liegt bei 1,9 Millionen Tonnen und damit knapp 10 Prozent oberhalb des Vorjahresergebnisses.
Beim Roggen sind ebenfalls deutliche Ertragseinbußen zu verzeichnen. Die Ursache hierfür ist weniger in der Frühjahrstrockenheit, sondern vielmehr in den zu nassen Aussaatbedingungen im vergangenen Herbst zu sehen. Vor allem in den östlichen Bundesländern liegen die Mindererträge in einer Größenordnung von 25 bis 30 Prozent. In Niedersachsen konnte dagegen auch beim Roggen ein Ertragszuwachs von gut 11 Prozent erzielt werden. Insgesamt wurde somit eine Roggenernte von 2,4 Millionen Tonnen eingebracht. Dies entspricht einer um knapp 16 Prozent geringeren Roggenernte.
Der Anbau von Winterraps ist gegenüber dem Vorjahr um knapp 10 Prozent auf 1,3 Millionen Hektar zurückgegangen. Durch die schlechten Aussaatbedingungen im vergangenen Herbst hatten sich viele Bestände vor Einsetzen des Winters nur unzureichend entwickelt. Zusätzlich hatte der recht harte Winter mit Wechsel- und Kahlfrösten den Rapsbeständen zugesetzt. Viele Bestände mussten daher umgebrochen werden. Aber auch die übrigen Bestände konnten sich nicht vollständig erholen, so dass die Erträge etwa 27 Prozent hinter dem Vorjahresniveau zurückbleiben. Insgesamt beläuft sich die Winterrapsernte damit auf 3,7 Millionen Tonnen
(-34 Prozent), 2010 waren es 5,7 Millionen Tonnen. Die Ölgehalte fallen mit weniger als 40 Prozent bis zu 44 Prozent sehr heterogen aus.
In einem guten Entwicklungsstand befinden sich derzeit die Zuckerrüben. Gute Aussaatbedingungen im Frühjahr und eine ausreichende Wasserversorgung in den letzten Wochen lassen eine gute Zuckerrübenernte erwarten. Besonders haben die Maisbestände von der feucht-warmen Witterung profitiert, was zu einer Entspannung der Situation der Futterbaubetriebe führte. Diese fürchteten aufgrund deutlicher Ertragseinbußen beim ersten Grünlandschnitt noch um die Grundfutterversorgung ihrer Tierbestände. Auch das Grünland hat sich durch die Sommerniederschläge erholt.
Die Kartoffelanbaufläche in Deutschland liegt weiterhin auf niedrigem Niveau, auch wenn sich diese im Vergleich zum Vorjahr um 2 Prozent auf 259.400 Hektar ausgeweitet hat. Den anfänglich guten Pflanz- und Aufwuchsbedingungen folgten Phasen der Frühjahrstrockenheit, wodurch die Kosten für die Beregnung in die Höhe getrieben wurden. Mit Beginn der Niederschläge wurden dann in Teilen Deutschlands die Rodebedingungen aufgrund der Unbefahrbarkeit der Flächen zunehmend schwierig. Die Qualitäten der gerodeten Frühkartoffeln sind gut. Im Vergleich zum Vorjahr weisen die Erträge eine größere Schwankungsbreite auf. Für die Haupternte wird mit einem nicht unerheblichen Anteil an Übergrößen gerechnet.
Die Obsternte fällt in diesem Jahr erneut gut durchschnittlich aus. Bei der wichtigsten Kultur, dem Apfel, haben Frost, Hagel, Trockenstress und Junifruchtfall dazu geführt, dass die Apfelernte kaum höher liegen wird als letztes Jahr. Aufgrund der Witterung im Juli und August geht die Fruchtgrößenentwicklung beim Apfel jedoch weiter. In Deutschland wächst nach derzeitiger Kenntnis eine Apfelernte von rund 896.000 Tonnen heran (im Vorjahr 835.000 Tonnen). Das bedeutet eine um 7 Prozent größere Erntemenge als im vergangenen Jahr.
Die Kirschenernte wird sich in etwa auf dem Niveau des Vorjahres bewegen. Die Süßkirschenernte fällt nur leicht höher aus als im letzten Jahr und dürfte bei knapp 33.000 Tonnen liegen. Bei Sauerkirschen wird die diesjährige Erntemenge bei rund 20.000 Tonnen liegen und damit wiederum nur das mengenmäßig schlechte Ergebnis des Vorjahres erreichen. Fröste und weitere Rodungen haben zu der geringen Erntemenge beigetragen. In diesem Jahr ist aufgrund der wiederum kleinen Ernte eine Vermarktung zu akzeptablen Preisen möglich gewesen.
Die Erdbeerernte wird im Bereich von 160.000 Tonnen gelegen haben, nach 157.000 Tonnen im Vorjahr. Dabei hat die Ernte aufgrund der warmen Witterung deutlich früher begonnen. Ein gleichmäßiger Saisonverlauf hat zu einer guten Marktverteilung und einer ausgeglichenen Versorgungslage über die gesamte Saison geführt.
Im Gemüsebau begann die Erntesaison 2011 bei fast allen Kulturen im ersten Halbjahr deutlich früher als im langjährigen Durchschnitt und sorgte für einen guten Start. Allerdings waren bereits im Frühjahr die Bewässerungskosten extrem hoch. Die meisten Preise lagen dabei auf dem Vorjahresniveau. Mit dem 26. Mai 2011 (EHEC-Krise) hat sich die Situation allerdings grundlegend geändert. Konsum und Preise gingen deutlich zurück und haben sich bis heute, insbesondere bei Gurken, Tomaten und Blattsalaten noch nicht erholt.
Die Spargelernte 2011 dürfte knapp unter 100.000 Tonnen gelegen haben und damit etwa auf dem Niveau des Jahres 2009. Durch den früheren Beginn der Spargelsaison und die Möglichkeit der Erntesteuerung über die Folie war die Spargelsaison 2011 mit dem Enddatum 24. Juni in diesem Jahr etwas länger als sonst. Bei durchschnittlichen Preisen und kontinuierlicher Marktbeschickung ist die Spargelsaison als ordentlich zu bezeichnen.

Hopfenernte in der Hallertau: Präventionshinweis zu Verkehrsbeeinträchtigungen

Hallertau Alljährlich während der Hopfenernte, die in dieser Woche beginnt und voraussichtlich mit Ablauf des Monats September endet, ergeben sich Beeinträchtigungen  der  Straßenverkehrssicherheit vor allem durch Fahrbahnverschmutzungen und sogenannte „Hopfenspikes“.

Im Rahmen des Erntebetriebs kommt es vor, dass Straßen von den aus den Hopfengärten ausfahrenden Transportfahrzeugen verschmutzt werden und besonders bei nasser Fahrbahn, diese Verschmutzungen eine Gefahrenquelle darstellen.

Weiteres Gefahrenpotential für den Fahrverkehr bieten die sogenannten „Hopfenspikes“. Dabei handelt  es sich  um 1 bis 2 cm lange Drahtstücke, die beim Häckseln der Hopfenreben entstehen. Das Häckselgut wird  danach von  den Landwirten    in  den  Hopfengärten ausgebracht,  wo es verrotten soll. Beim Transport  fallen jedoch oftmals Teile des Häckselgutes  von den landwirtschaftlichen Fahrzeugen  auf  die Straße.  Die Drahtstifte  können sich dann wie Nägel in die Reifen von Fahrzeugen aller Art bohren und diese beschädigen.

Dem Fahrzeugbesitzer entsteht dadurch nicht nur finanzieller Verlust, da die Reifen in der Regel nicht mehr zu reparieren sind und durch neue ersetzt werden müssen.  Ein geplatzter Reifen kann  auch  zu schweren Verkehrsunfällen führen.

Vorsicht ist daher für alle Verkehrsteilnehmer angesagt, die in der Hallertau, dem größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt, unterwegs sind. Eine häufigere Kontrolle der Reifen während der Hopfenernte ist sicher angebracht. Empfohlen wird auch bei nasser Fahrbahn, an Kuppen oder unübersichtlichen Stellen langsam zu fahren um Zusammenstöße mit den meist langsam fahrenden Erntefahrzeugen zu vermeiden.

Natürlich sind auch die Landwirte gemäß der Straßenverkehrsordnung verpflichtet, ihre Ladung verkehrssicher zu verstauen und gegen Herabfallen zu sichern sowie von ihnen verursachte Verschmutzungen umgehend zu beseitigen. Zum  Transport  des Häckselgutes vom Anwesen zu den Hopfenfeldern sollten daher nur geschlossene  Anhänger verwendet werden.