Corona-Krise eine schwierige Zeit für Pflegeeinrichtungen

Wer derzeit am Seniorenzentrum vorbei kommt, der vermisst die Menschen, die rund um das Heim herum die Sonne genießen, die gemeinsam lachen. Wer ein wenig genauer hin schaut, der sieht die Bewohner – allerdings jeden für sich in seinem Zimmer am Fenster. wenigstens den Blick nach draußen gerichtet. Vlt. Ein paar Worte vom Fenster aus mit vorbei gehenden Spaziergängern wechseln. So sieht er derzeit aus, der Alltag der Bewohner der meisten Seniorenanlagen – auch hier in Baar-Ebenhausen. „Das ist für uns alle momentan eine ganz schwierige Zeit“, beschreibt Alexandra Litterscheidt, Einrichtungsleiterin in Baar-Ebenhausen, „Wir sehen den ganzen Tag nur maskierte Menschen. Auch für uns als Pflegekräfte, egal in welcher Einrichtung, ist das eine belastende Zeit. Eine Zeit in der wir versuchen mit Worten  mit unseren Bewohnern im Heim in Kontakt zu bleiben und ihnen zumindest in Ansätzen die Aufmerksamkeit zu geben, die sie gerade jetzt sicherlich brauchen.“ Aber auch und gerade in solchen Einrichtungen sei man an Vorgaben gebunden, um eine Infektion mit dem Corona-Virus zu vermeiden. Gerade im Pflegebereich menschle es aber dennoch, das wüssten alle, die im Pflegebereich tätig sind. Und irgendwo erwarte man das von den Pflegekräften ja auch, sich zu kümmern.

Personell sei man gut aufgestellt in Baar-Ebenhausen, so Litterscheidt. Für krankheitsbedingt ausgefallene Pflegekräfte hätte man zeitnah Ersatz aus einem Pflegepool bekommen. Für das  Personal habe man genügend Schutzausrüstung. „Wir stehen als Team zusammen, kümmern uns um unsere Bewohner, die zu keiner Zeit unzureichend versorgt waren. Da kann ich mich komplett auf die gesamte Belegschaft verlassen – egal ob als Pflegekraft oder Techniker bei uns beschäftigt.“ Das es in der Einrichtung in Baar-Ebenhausen dennoch zu den Infektionen – teils mit tödlichem Ausgang – gekommen ist, sei tragisch: für die Angehörigen, aber auch die Pflegenden, die – so Litterscheidt und Geschäftsführer Lorenz Weichselbaumer – immer nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hätten. Seit Bekanntwerden der Corona-Krise sind in der Senioreneinrichtung vier Personen verstorben, die sich im Vorfeld mit dem Virus infiziert hatten. Eine derartige Situation wie diese Krise hätte man so auch noch nie erlebt. „Auch in Einrichtungen wie unseren Heimen lernen wir täglich, ja stündlich neu dazu“, erklärt Weichselbaumer.

Menschen die in einem Pflegeheim betreut werden sind häufig bereits angeschlagen. Für sie ist die kleinste weitere Infektion schädlich. Und dennoch lasse es sich nicht zwingend ganz ausschließen, erklärt Lorenz Weichselbaumer, Geschäftsführer der Novita GmbH, die bayernweit zehn Senioreneinrichtugnen betreibt, im Gespräch mir als Journalistin. Als im Betrieb in Baar-Ebenhausen die ersten Corona-Fälle aufgetreten sind habe man innerhalb kürzerster Zeit Unterstützung erhalten, z.B. vom Katastrophenschutz, der in nur 30 Minuten Flächendesinfektion zur Verfügung gestellt hat.

Eingebettet in Natur: die Senioreneinrichtung in Baar-Ebenhausen. Foto: Schittenhelm

Für die Bewohner selbst ist diese Krise sicherlich aber auch eine schwierige Zeit: nur per Skype oder Whats App mit ihren Angehörigen verbunden. Und dennoch verlieren sie nicht den Mut, sondern versuchen, sich gegenseitig aufzumuntern – digital. Davon abgeschottet werden die infizierten Patienten und Pflegekräfte sind in einem Isolierbereich untergebracht. Werden dort konsequent betreut – so wie es notwendig ist. Was den Umgang mit der Virus-Infektion jedoch unglaublich schwierig macht: die Symtome sind sehr vielfältig, die Menschen aufgrund ihrer Vorerkrankungen aber auch tagesaktuellen Befindlichkeiten reagieren auf die unterschiedlichen Dinge auch unterschiedlich, sieht Litterscheidt, die als Einrichtungsleiterin selbst die Pflege  nach wie vor unterstützt, hier ein Problem. Denn auch die Pflegekräfte sind nur Menschen, Menschen die derzeit generell unter einem erhöhten Druck stehen. Denn ein Abschalten vom Infektionsthema „Corona“ sei derzeit auch in der Freizeit und im Privatleben nicht möglich und so sei man Rund-um-die-Uhr unter Dauerstress. Und so wie es im normalen Leben Menschen gibt, die die Regeln befolgen und welche, die ‚Ausscheren wollen‘, so sei es letztlich auch bei Bewohnern von Pflegeheimen, die gerne ihren gewohnten Alltag hätten. Das werde aber sicherlich noch einige Zeit und Geduld aller Beteiligten bedürfen. Und so lange, wird man wohl das lachen und scherzen der Heimbewohner vermissen und nur den ein oder anderen von ihnen am offenen Zimmerfenster sehen. 

Verwirrt und Orientierungslos – Demenz im Alter bringt auch für den Pflegebereich Schwierigkeiten

Demenz ist eine schleichende Krankheit, bei der der Mensch nach und nach seinen Geist bzw. Verstand verliert. Fachlich spricht man von einem Defizit im kognitiven, emotionalen bzw. sozialen Bereich. Faktisch ist es eine Beeinträchtigung des Gehirns, was dazu führt, dass man sich an Dinge nicht mehr erinnert, Menschen nicht mehr erkennt und dadurch auch seinen Orientierungssinn verliert. Die eigene Persönlichkeit wird bei dieser Art der Erkrankung betroffen bzw. auch beeinflusst.

Es gibt verschiedene Arten und Stufen der Orientierungslosigkeit bzw. Demenz. Auch die Ursachen von Demenz sind unterschiedlich. Manche Formen können behandelt bzw. der Ausbruch der Krankheit verzögert werden. Die aktuell wohl am häufigsten auftretende Demenz ist die Alzheimerkrankheit.

Die Medizin entwickelt sich immer weiter. Aktuell kann man den Verlauf der Demenz zwar – je nach Stadium der Krankheit – ein wenig beeinflussen bzw. hinaus zögern. Heilbar ist Demenz jedoch nicht. Es gibt lediglich die Möglichkeit im Vorfeld, durch Prävention die Risikofaktoren zu minimieren durch physische Aktivitäten (Sport), soziales Engagement, eine ausgewogene Ernährung sowie eine geistige Aktivität.

In den letzten Jahren haben die Kosten für Behandlung und Pflege Dementkranker deutlich zugenommen. 2004 lagen die Kosten bei rund 26 Mrd. Euro, wobei der größte Anteil – etwa ein Drittel – auf die Pflege fällt. Denn die erfordert vom Personal einiges an Zeit, will man den Patienten doch auch einen gewissen Freiraum lassen. Ein GPS-Tracking-Modul (Picotrack) könnte hier die Arbeit der Pflegekräfte ein wenig vereinfachen. Die pflegebedürftigen Personen erhalten dieses Modul per Gürtel oder Anhänger und tragen es bei sich. Ist nun der Patient nicht mehr auffindbar, können die Pflegekräfte das Modul aktivieren und auf diese Weise i.V.m. der entsprechenden Software die Person orten. Da man Picotrack aktivieren und deaktivieren kann ist der Patient in seiner Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt, steht nicht unter ständiger Beobachtung und kann sich dennoch trotz seiner zunehmenden Orientierungslosigkeit sicher und frei bewegen.

Betreutes Wohnen in Berlin

Wer älter wird, der ist häufig auf der Suche nach einer optimalen Versorgung. Denn nicht jeder Mensch im Rentenalter ist Zeit seines Lebens in der Lage, sich eigenständig selbst zu versorgen und die eigene Wohnung problemlos zu erreichen. Gerade allein lebende sind hier häufig bestrebt, mit anderen Senioren in einer Art Senioren-Wohngruppe oder in einer Einrichtung für betreutes Wohnen eine neue Heimat zu finden. In den meisten Städten entstehen immer mehr solcher Einrichtungen, in denen die älteren Menschen solange sie in der Lage sind ihre Erledigungen eigenständig erledigen können. Benötigen sie bei bestimmten Dingen Hilfe oder sind sie einmal krank, können sie gegen entsprechendes Entgelt natürlich die Hilfeleistungen des Pflegepersonals bzw. der Mitbewohner in Anspruch nehmen. Der Vorteil einer solchen Einrichtung liegt dabei klar auf der Hand. Während man in der eigenen Wohnung alleine ist, hat man in eine Wohneinrichtung mit anderen Gesellschaft, kann gemeinsamen Interessen nachgehen und in der Gruppe bestimmten Aktivitäten fröhnen. Eben Altersgerechtes Wohnen.

Betreutes Wohnen Berlin ist hier sicherlich mit eine Vorreiterstadt. Denn: gerade in einer Großstadt ist die Zahl der Alleinlebenden deutlich höher als in ländlichen Regionen. Im Gegensatz zu einem klassischen Seniorenheim bietet sich – je nach Art der Wohneinrichtung – die Möglichkeit, dass man in kleinen Appartments oder einer Art WG mit anderen zusammen lebt. Dies vermittelt den Betroffenen ein wohnliches Gefühl und schafft Vertrauen.Man kann seinen eigenen Interessen nachgehen und ist – sollte dennoch etwas passieren – nicht alleine. Die medizinische Versorgung im Ernstfall ist gewährleistet, da man – sollte man eine Zeit lang nicht auftauchen, von den anderen bzw. dem Pflegepersonal vermisst würde. Für viele Menschen ist dies ein durchweg beruhigendes Gefühl. Da es in immer mehr Regionen Betreute Wohneinrichtungen gibt, ist es auch überhaupt nicht mehr notwendig, die gewohnte Region im Alter verlassen zu müssen.