Kulturausschuss Ingolstadt genehmigt Ausstellungsprogramm 2014

Ingolstadt Das Ausstellungsprogramm 2014 der städtischen Museen wurde vom Ingolstädter Kulturausschuss zustimmend zur Kenntnis genommen.

Das Stadtmuseum plant folgende Ausstellungen:

Das Dorf Sorge – ein Ort mitten in Deutschland

23.02.2014 bis Ende Mai 2014
Eröffnung am 23.02.2014 um 11 Uhr
Sorge liegt am Südrand des Harzes und hat eine lange Tradition als kaiserlicher Besitz seit dem frühen Mittelalter. Es ist ähnlich der villa Ingoldesstat auch zum Leihegut der mittelalterlichen deutschen Könige und Kaiser geworden. Die Ausstellung zeigt die Entwicklung des Ortes auch unter dem Vorzeichen der deutsch-deutschen Geschichte und entsteht in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Sorge.

Im Zusammenhang mit den Gedenkveranstaltungen zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs findet

Who Cares?

statt, zur Geschichte und Alltag der Krankenpflege – Mit einem Schwerpunkt zur militärischen Krankenpflege in Ingolstadt 1914-1918
18.05.2014 bis 28.09.2014
Eine Ausstellung der Berliner Charité in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Medizinhistorischen Museum und dem Bayerischen Armeemuseum aus Anlass des Gedenkens an 100 Jahre Beginn des Ersten Weltkrieges

Mit einem besonderen Aspekt der Stadtgeschichte befasst sich die Ausstellung

Arsacius Seehofer und Argula von Grumbach

– zwei Ingolstädter Streiter zu Beginn der Reformation
Ende Oktober/Anfang November: 31.10./7.11.2014
Bayerische Reformationsgeschichte findet vor allem im Umfeld der Universität Ingolstadt statt. Ein herausragender Protagonist ist Prof. Eck. Seine Stellungnahme zu den Lehren Luthers ist hinlänglich bekannt. Weniger weiß man über die Stadt und ihr Umland in den Tagen des Umbruchs. Der Magister Seehofer und seine Fürsprecherin Argula von Grumbach stehen stellvertretend für dieses, alles andere als homogene, Umfeld. Die Lebensweeg von Magister Seehofer und Argula von Grumbach zeigen, dass die Ideen Luthers in Bayern zunächst auf fruchtbaren Boden fielen. Die Entscheidung gegen die Lehren Luthers fielen auf politischem Parkett und hatten kaum mehr etwas mit dem ursprünglich rein theologischen Ansatz zu tun: die Reformation der Kirche.

Im Bauerngerätemuseum wird die Ausstellung

Radi, Rosen, Rasenmäher

. Geschichten vom Ingolstädter Gartenbau noch bis 22.06.2014 gezeigt.
Die aufwändig gestaltete Ausstellung zur Geschichte der Ingolstädter Gärten und Parks wird – einschließlich eines dazu konzipierten museumspädagogischen Aktionsprogramms – um eine Saisonhälfte verlängert.

Zweite Ausstellung in Hundszell ist

Grüner Klee und Dynamit

. Der Stickstoff und das Leben
06.07.2014 bis 31.10.2014
Eröffnung voraussichtlich am 04.07.2014 um 18 Uhr
Die Ausstellung des Wissenschaftszentrums Umwelt der Universität Augsburg und des Carl Bosch Museums Heidelberg erzählt die Geschichte des Stickstoffs als Motor allen biologischen Wachstums und damit der Ernährung des Menschen. Das Haber-Bosch-Verfahren, mit dem seit 100 Jahren Stickstoffdünger, aber auch Sprengstoff, synthetisch hergestellt werden kann, hat deshalb in vielerlei Hinsicht Grenzen niedergerissen. Die Ausstellung beleuchtet die biologische Bedeutung des Stickstoffs, seine ökologische Problematik, aber auch seine politische Relevanz.

Vorgesehen ist ferner eine Präsentation der neu gestalteten

Dauerausstellung Viehwirtschaft

Voraussichtlich Mai 2014: Nach bald 20 Jahren ihres Bestehens ist die agrargeschichtliche Dauerausstellung des Bauerngerätemuseums, untergebracht in der früheren Scheune und in den ersten Jahren des Museums mit sehr einfachen Mitteln eingerichtet, arg in die Jahre gekommen. Verblichene Fotos und Texttafeln müssen dringend ersetzt, im Laufe der Jahre hinzugekommene Sammlungsstücke in die Ausstellung eingebaut und die gesamte Präsentation einer zeitgemäßen Museumsdidaktik angepasst werden.
Der Anfang wird mit der Abteilung „Viehwirtschaft“ im ehemaligen Stall gemacht, wobei neben den genannten Neuerungen auch Qualität und Optik des in Teilen sehr groben Betonbodens verbessert werden sollen. Im Mai 2014 soll die bei den Besuchern stets auf großes Interesse stoßende Abteilung in neuer Frische präsentiert werden.

Im Fleißerhaus, der Gedenkstätte für die Ingolstädter Literatin Marie-Luise Fleißer, wird die Ausstellung Vom jungen Star zum Star der Jungen gezeigt.
27.04.2014 bis 28.09.2014
Der 40. Todestag von

Marieluise Fleißer

ist Anlass für die Ausstellung zu 40 Jahren Leben einer Wortkünstlerin zwischen zwei sensationellen Erfolgsstorys. Zweimal rauschten für sie die Feuilletons – 1926 für den jungen Star, 1966 für den Star der Jungen. Auf die vier Jahrzehnte dazwischen, in denen sich kein Blatt für die Autorin regte, konzentriert sich die Ausstellung. Sie macht zum einen aufmerksam, wie sich die aufsehenerregende Schriftstellerin Fleißer in die biedere Geschäfts- und Hausfrau Haindl verwandelte, wie sie sich nach ihren eigenen Worten in eine Situation geraten erlebte, „von der sich die Gesetze meiner Begabung und meiner Lebensnotwendigkeit grundsätzlich unterscheiden“, wie sie sich als verrufen, vergraben, vergessen erfuhr. Dass sie den Pflichten eines Geschäftshaushaltes und den Zwängen des Alltags immer wieder beharrlich Konzentration auf ihr Schreiben abringen konnte, die sie allmählich aus der Vergessenheit ins literarische Rampenlicht zurück und ins Gespräch bei den jungen Progressiven der Literaturszene brachte, macht die Ausstellung zum anderen sichtbar. Schließlich demonstriert die Schau, warum die progressiven Jungen die Schriftstellerin aus Ingolstadt durch öffentlichkeitswirksames Engagement auf Bühne und Leinwand zu ihrem verehrten Star erhoben.

Im Herbst folgt im Fleißerhaus der

Dialog mit Marieluise Fleißer

. Arbeiten von Aleksandra Lung
19.10.2014 bis 12.04.2015
Die Ausstellungsreihe Dialog mit Marieluise Fleißer findet ihre Fortsetzung mit den unverwechselbaren Arbeiten der seit 1993 in Ingolstadt kreativ tätigen Aleksandra Lung.
Zusammengeführt werden im Fleißerhaus zwei Frauen, die in verwandter Originalität auf den für sie charakteristischen künstlerischen Feldern kontrastierende Individualität entwickeln. Faszinierend augenfällig werden wird Verlauf und Substanz der facettenreichen Begegnung zweier Künstlerinnen in einer signifikanten Auswahl aus dem Schaffen von Aleksandra Lung.

Das Deutsche Medizinhistorische Museum bereitet

Die Hand des Hutmachers

vor.
Ausstellungsreihe „Medizin unter der Lupe | 4“
27.02.2014 bis 15.06.2014
Eröffnung am 26.02.2014
Was macht ein Handwerker, der seine Hand verliert? Er gibt auf, schult um, oder erfindet sein Handwerk neu – so wie der Hutmacher Gottfried Schätz aus Tegernsee, der als junger Mann 1941 im Zweiten Weltkrieg seine linke Hand verlor. 1943 kehrte er mit einer „Sauerbruch-Hand“ aus Holz, Eisen und Leder in die väterliche Werkstatt zurück, wo er bis ins hohe Alter hinein im erlernten Beruf arbeitete. Heute gibt es kaum einen Trachtler oder Gebirgsschützen im Tegernseer Tal, der nicht einen Stopselhut vom Friedl Schätz sein eigen nennt.
Im Zentrum der kleinen Ausstellung steht die Unterarmprothese, die dem Hutmacher ein erfülltes und tatkräftiges Berufsleben ermöglichte. Das Besondere bei der „Sauerbruch-Hand“ war die Verbindung der Prothese mit der Muskulatur des Armstumpfes, die es möglich machte, die Holzhand willkürlich zu öffnen und zu schließen. Die Realisierung dieser raffinierten Lösung war eine Gemeinschaftsleistung von Chirurgen und Mechanikern, die in der Ausstellung ebenfalls vorgestellt werden. In der Ausstellung werden Film- und Tondokumente auf zwei Medienstationen präsentiert.

Who Cares? ab Mai ist die Ausstellung des Berliner Medinzinhistorischen Museums der Charité, die gemeinsam mit dem Stadtmuseum und dem Bayerischen Armeemuseum präsentiert wird.

Ferner ist die Ausstellung

Röntgenbilder

aus dem 1. Weltkrieg (Arbeitstitel) geplant
Ausstellungsreihe „Medizin unter der Lupe | 5“
17.07.2014 bis 28.09.2014
Eröffnung am 16.07.2014
In der Museumssammlung wird ein prächtig ausgestattetes Album aus dem Jahr 1915 aufbewahrt, zwischen dessen lederbezogenen Deckeln sich Bilder des Grauens verbergen: Papierabzüge von Röntgenbildern kriegsverwundeter Soldaten, die vom 1.8.1914 bis 31.7.1915 in der als Lazarett genutzten Carl-Theodor-Klinik in München angefertigt wurden. Neben jedem Bild ist ein Blatt mit den Daten des Verwundeten eingeklebt, das von diesem persönlich unterschrieben wurde. Das Album war ein Geschenk für die „Herzogin Carl Theodor“, die als Rot-Kreuz-Schwester im Lazarett mitarbeitete. Ein ambivalentes Objekt zwischen Normalität und Katastrophe, zwischen Siegesgewissheit und Zerstörung, das auch von der Begeisterung für die Möglichkeiten der neuen Röntgentechnik zeugt.

Unsere Ausstellung in Berlin. PRAXISWELTEN. Zur Geschichte der Begegnung von Arzt und Patient,
ist ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Medizinhistorischen Museums Ingolstadt und des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité, gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
25.10.2013 bis 21.09.2014 im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité

Die Ausstellung wurde vom DMMI gemeinsam mit dem Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité erarbeitet. Sie ist seit 24.10.2013 in Berlin zu sehen und wird dort noch bis September 2014 gezeigt. In Ingolstadt sollen die „Praxiswelten“ Ende 2015 den Erweiterungsbau eröffnen.

Im Museum für Konkrete Kunst läuft bereits

NEON – Vom Leuchten der Kunst

01.12.2013 bis 09.03.2014
Eröffnung am 30.11.2013 um 19 Uhr
Neonfarben erregen Aufmerksamkeit, rütteln wach, warnen, setzen leuchtende Akzente und sind aus dem Alltag, aus der Werbung, Mode, Medien und Verkehr nicht mehr wegzudenken. Seit in den 1960er Jahren die ersten ungegenständlich arbeitenden Künstler mit der Wirkung von Tageslichtfarben und neonfarbigem Plexiglas experimentieren, leuchtet und strahlt es auch in Museen und Galerien.
Die Ausstellung „NEON – Vom Leuchten der Kunst“ legt erstmals den Schwerpunkt auf die Verwendung von Neonfarben in der Kunst und geht mit der Präsentation ausgewählter Gemälde, Skulpturen, Installationen und Fotografien der Frage nach, warum Künstler die Signalfarbe als konstituierendes Element einsetzen.
Mit Werken von Hartmut Böhm, Shannon Finley, Günther Fruhtrunk, Rupprecht Geiger, Katharina Grosse, Manfred Kuttner, Yudi Noor, Thomas Ruff, Lars Teichmann, Arne Quinze und vielen anderen.

Im April vorgesehen ist die Ausstellung

Vera Molnar. 1% Unordnung

30.03.2014 bis 29.06.2014
Eröffnung am 29.03.2014 um 19 Uhr
Zu Ehren ihres 90. Geburtstags richtet die Stiftung für Konkrete Kunst und Design der ungarischen Künstlerin Vera Molnar eine umfangreiche Retrospektive aus. Seit 1947 lebt und arbeitet Molnar in Paris. Als eine große Pionierin der digitalen Kunst setzte sie bereits in den 1960er Jahren die ersten Großrechner als zentrales Hilfsmittel für ihre Kunst ein. Ihre Handzeichnungen zu elementaren Formen wie dem Quadrat übersetzt sie in Programmierungen, die den Zufall als zentrales Gestaltungsprinzip berücksichtigen. So entwickelt sie Serien, in denen die strenge Regelmäßigkeit durch zufällige Störungen variiert wird. In der Ausstellung wird der Bogen von ihren frühesten, erstmals ausgestellten Zeichnungen aus den 1940er Jahren bis zur ihren jüngsten Arbeiten gespannt. Seit 2010 ist Vera Molnar in der Stiftung für Konkrete Kunst und Design vertreten. Parallel dazu wird die Architekturklasse von Frau Prof. Maria Auböck an der Akademie der Bildenden Künste München eine Lounge im Erdgeschoss gestalten, in der zukünftig Veranstaltungen und Vermittlungsprogramme stattfinden werden.

Für den Herbst ist

Millimeterarbeit

. Harmut Böhm nimmt Maß geplant
20.07.2014 bis 19.10.2014
Eröffnung am 19.07.2014 um 19 Uhr
Zum ersten Mal stellt Hartmut Böhm seine umfangreiche Serie der Millimeterpapierarbeiten in der Öffentlichkeit aus. Mit spielerischer Leichtigkeit ermittelt er durch einfache Überlagerungen der Papierbögen Proportionen und Schnittmengen. Diese Kabinettausstellung steht im Dialog mit Werken aus der eigenen Museumssammlung, die zu Teilen von Hartmut Böhm ausgewählt wurden. Werke, die schon lange nicht mehr zu sehen waren, erhalten nun neue Bezugspunkte.
Hartmut Böhm wurde 2009 in die Stiftung für Konkrete Kunst und Design aufgenommen und gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Konkreten Kunst.

Im November 2014 soll die Ausstellung

Einknicken oder Kante zeigen?

Die Kunst der Faltung starten.
09.11.2014 bis Februar 2015
Eröffnung am 08.11.2014 um 19 Uhr
Das Thema der Faltung ist ein zentrales in der Konkreten Kunst, in der es immer wieder um Maßverhältnisse und geometrische Proportionen geht. Künstler wie Ben Muthofer und Peter Weber beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit dieser ästhetischen Praxis. Doch nicht nur in der Konkreten Kunst wird das Falten von Papier, Stoff oder auch Metall praktiziert. In jüngster Zeit befassen sich auffällig viele Künstler mit dieser Technik, wenn es darum geht, komplexe Räume und Perspektiven mit einfachen Mitteln umzusetzen. Auch im Design spielt das Stabilisieren durch bestimmte Falttechniken eine immer wichtigere Rolle. Die traditionelle japanische Origami-Kunst wird auf vielfältige Weise in der aktuellen Kunst und im Design aufgegriffen.
Mit Werken von Christiane Feser, Alexandra Leykauf, Ben Muthofer, Katja Strunz, Wolfgang Tillmans, Franz Erhard Walther, Peter Weber und vielen anderen.

Über Ramona Schittenhelm

Ausbildung als Journalistin im Berchtesgadener Land. Lokal- und Online-Journalismus sind meine Leidenschaft. Meine journalistischen Wurzeln liegen im Sport- und Technik-Journalismus.

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