Sind auch Ingolstadts Schüler vom Lärm betroffen?

Ingolstadt Der ödp Ingolstadt geht der Schallschutz an die Ohren. Daher fordert der Kreisverband aktuell die Schalldämmung in Kindertagesstätten und Schulen. Die ökologisch orientierte Partei kontaktiere die Stadtverwaltung um Oberbürgermeister Alfred Lehmann. Auslöser war ein Experiment in der ARD-Sendung „Die große Show der Na­tur­wun­der“ vom 11. Au­gust 2011. Hier wurde mit Schallabsorbern überprüft, wie die Situation in den Räumen ist – mit und ohne Schalldämmung.  Allein die Schülerbefragung hätte ergeben,dass man sich 25% bes­ser an die Fak­ten er­in­nern konn­ten. Eine par­al­lel durch­ge­führ­te Mes­sung der Laut­stär­ken in den Räu­men hatte im un­ge­schütz­ten Raum 78 De­zi­bel er­ge­ben, was in etwa einem Ra­sen­mä­her ent­spricht, wäh­rend der ge­schütz­te Raum 65 De­zi­bel auf­wies, der Ge­räusch­pe­gel einer Näh­ma­schi­ne, erklären die beiden ödp-Stadträte Franz Hof­mai­er und Si­mo­ne Voss­win­kel, die durch die Information neugierig sind, wie die Situation in bzw. an Ingolstadts Schulen bzw. Kinderbetreuungseinrichtungen ist. Gibt es eine Schalldämmung oder Lärmmessungen. Hat man sich bzgl. einer Schalldämmung bereits einmal Gedanken gemacht. Wird bei Neubauten auf eine Schalldämmung geachtet. treffpunkt-regional.com hat die Initiative der Partei genutzt, um einmal nachzuhaken, wie sich die Partei in Person von Stadträtin Simone Vosswinkel zu lokalen Themen positioniert.

Ingolstadt und seine Innenstadt: ist das Angebot (Einzelhandel, Parkplätze, Ausgehmöglichkeiten) einer Großstadt angemessen?

ödp: Muss den unser Ziel sein, dass Angebot für eine Großstadt angemessen zu gestalten? Wann ist ein Angebot für eine Großstadt angemessen? Ist es nicht wesentlich wichtiger, die Angebote an die Bedürfnisse der Ingolstädter Bürger anzupassen und eine Situation für die Ingolstädter Einzelhändler zu schaffen, dass sie sich gerne in der Innenstadt ansiedeln? Hier ist aber auch das Engagement der Bürger gefragt. Hauseigentümer in der Innenstadt, die ihre Läden zu realistischen Preisen vermieten und Bürger, die konsequenterweise auch in der Innenstadt einkaufen und nicht nur über deren Zustand meckern. Des Weiteren versuchen wir im Interesse der Bürger die Infrastruktur in den Stadtteilen zu stärken. Ein Nahversorger in jedem Stadtteil ist wichtig um gerade älteren Mitbürgern und Familien mit Kindern lange Wege zu ersparen und ihnen die Möglichkeit zu geben, mit Anderen ins Gespräch zu kommen.

Der Erweiterung des Westparks konnten wir nur in der Dimension zustimmen, als die zusätzliche Verkaufsfläche für die Nahversorgung im Umkreis notwendig war. (ca. 4500 qm). Die zusätzliche Verkaufsfläche fördert weitere Verkehre in den bereits stark belasteten Stadtteil und führt zu einer Kaufkraftabwanderung aus der Innenstadt.

Schule und Schulverbünde: jeder spricht darüber. Wie sehen Sie die Möglichkeiten der Bildung für Kinder und Jugendliche in der Region?

ödp: Die Schulverbünde sind vor allem in der Region dringend notwendig gewesen. Zum einen sichern sie die wohnortnahen Standorte der Haupt- bzw. Mittelschulen – zum anderen bieten sie den Schülern das gesamte Bildungsspektrum der Mittelschulen. Als Kultur- und Schulausschuss- Mitglied im Ingolstädter Stadtrat war ich in die Entwicklung in Ingolstadt mit eingebunden. In der Stadt selbst haben wir ein breites Bildungsangebot und insgesamt recht gut ausgestattete Schulen. Wir, die ÖDP-Stadtratsgruppe, werden ein besonderes Augenmerk auf die „Aufenthaltsqualität“ in den Klassenzimmern richten. Zu diesem Zweck haben wir eine Anfrage an Herrn Dr. Lehmann zum Lärmschutz in Schulen und Kindertagesstätten gestellt.  Wir sehen in Ingolstadt noch einen großen Handlungsbedarf, die Innenausstattungen der Schulen zu verbessern.

Wirtschaftsaufschwung – Wirtschaftskrise: macht die ständige Schwankung die heimische Wirtschaft (Handwerk, Mittelstand) kaputt? – wie kann die Politik hier agieren?

ödp: Wenn ein Teil der Wirtschaft die Krisen aushält, ist es das Handwerk und der Mittelstand. Mittelständische Unternehmen und Handwerksbetriebe sind oftmals noch vom Inhaber geführt und somit nicht auf kurzfristige Gewinne, sondern auf eine nachhaltige Entwicklung ausgerichtet. Die Wirtschaftskrise(n) beruhen auf unser Streben nach immer mehr. Die Ursachen der Wirtschaftskrise sind eigentlich nicht in der Realwirtschaft zu suchen. Die darin bewegten Finanzmittel haben ein relativ geringes Volumen im Vergleich zu den Finanzen, die in der Finanzwelt bewegt werden. Die Kommunen können in Krisenzeiten das Handwerk und den Mittelstand durch ein antizyklisches Investitionsverhalten unterstützen. Hier gilt es aber, einen weiteren Schuldenaufbau zu vermeiden.

Social Networking. Der Oberbürgermeister von Ingolstadt ist seit kurzem in Facebook. Sie selbst und Ihre Kollegen von der ödp, den Grünen und der SPD sind es auch. In den Medien ist zu lesen, dass Datenschützer Firmen auffordern, sich von Facebook zu distanzieren. In wieweit engagiert sich die ödp für den Datenschutz der Privatpersonen (ohne die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen dadurch zu beschneiden)?

ödp: Der deutsche Datenschutz ist wichtig, richtig und sehr gut. Da es im Internet keine Ländergrenzen gibt, bedarf es für das Internet aber internationaler Maßgaben, die wir hier auf kommunaler Ebene schlecht vorantreiben können. Ich halte es in der derzeitigen Situation für sinnvoller, auf Aufklärung zu setzen. Haben Sie gewusst, dass es an der Ingolstädter VHS nur einen Kurs für Facebook gibt? Das ist eigentlich viel zu wenig, da sich viele Menschen – egal ob jung oder alt – gar nicht bewusst sind, welche Konsequenzen Veröffentlichungen im Internet haben und wie man mit Facebook verantwortungsbewusst umgeht! Hier können die Medien auch einen Beitrag leisten und für mehr Aufklärung sorgen.

Vielen Dank für das Kurze Gespräch.