Für die ödp will Gymnasiallehrer Richard Fischer ökologische Akzente setzen

Richard Fischer setzt als Lehrer auf Familien- und Bildungspolitik. Foto: ödp
Richard Fischer setzt als Lehrer auf Familien- und Bildungspolitik. Foto: ödp
Pfaffenhofen Richard Fischer ist 29 Jahre als und (demnächst) Gymnasiallehrer in Pfaffenhofen. Als Kandidat der ödp möchte er im September für Pfaffenhofen ins Maximilianeum einziehen. Zuerst stellt sich Fischer jedoch den Fragen der treffpunkt-regional.com-Redaktion im direkten Vergleich mit Karl Straub, Markus Käser, Claudia Jung, Stefan Gröller, Andreas Peter.
. Welchen Bezug haben Sie zur Kommunalpolitik, welchen zum Landkreis generell?

Richard Fischer: Genau gesagt werde ich erst ab September Lehrer in Pfaffenhofen am Schyren-Gymnasium, momentan bin ich noch im Referendariat in Ingolstadt, am Scheiner-Gymnasium. Vorausgesetzt natürlich, es klappt mit dem Einzug in den Landtag nicht. Zum Landkreis habe ich einen sehr engen Bezug, ich bin in Pfaffenhofen aufgewachsen und war bereits zu Jugendzeiten im Stadtleben engagiert – als Pfarrjugendleiter oder als Schülervertreter im AK Schulentwicklung, der sich mit der Zukunft des Schyrengymnasiums auseinandergesetzt hat, um nur zwei Beispiele zu nennen. Auch bin ich seit 2003 ödp Mitglied und wurde über unsere Stadt- und Kreisräte immer gut über die aktuelle Politik informiert. Denn die ödp ist mit jeweils zwei Vertretern im Stadtrat Pfaffenhofen und im Kreisrat nicht so schlecht vertreten. Reinhard Haiplik stand in Pfaffenhofen bei den persönlichen Stimmen gar an dritter Stelle.

Die Entscheidung ist gefallen. Die ödp schickt Richard Fischer ins Rennen um einen Platz im Maximilianeum. Erstmal parteiunabhängig gesprochen. Von wie vielen Vertretern direkt aus dem Bereich Pfaffenhofen gehen sie ab der neuen Legislaturperiode aus?

Richard Fischer: Ich gehe von einem Vertreter aus, dem Gewinner des Direktmandats, da sich die Pfaffenhofener Kandidaten auf den Listen nicht sehr vielversprechend positionieren konnten. Als Beispiel sei die CSU genannt, bei der die Pfaffenhofener Kandidaten auf den Listenplätzen 41 und 43, also ganz am Ende stehen. Ich stehe mit Listenplatz 29 noch zwei vor Käser von der SPD, der nur Listenplatz 31 hat. Man sieht also, dass leider, über die Parteien weg, Pfaffenhofen kein sehr hoher Status eingeräumt wird.

Und Ihre eigenen Ambitionen – welchen Stimmenanteil versprechen Sie sich denn in ihrem Wahlkreis (und darüber hinaus) – schafft die ödp die 5%-Hürde oder ein Direktmandat?

Richard Fischer: Ich kann, da ich zum ersten Mal antrete, keine Prognose für Stimmenanteile geben und versuche einfach, so viele Menschen wie möglich für meine Politik zu gewinnen. Ein direkter Sieg im ersten Anlauf wäre ein Traum, aber ich bin Realist genug, um zu sehen, dass dies Die Chancen für die ödp stehen nicht schlecht, es gibt kaum Parteien, die fest mit einem Einzug in Landtag rechnen können. Die Parteienlandschaft ist in Bewegung und ich glaube nicht, dass eine Stimme für die ödp mehr Risiko birgt als eine für FDP, Piraten oder auch die Freien Wähler.

Welche Schwerpunkte in der Politik des Richard Fischer dürfen die Wähler denn erwarten – eher soziale, umweltorientiert oder eher wirtschaftliche Themenstellungen?

Richard Fischer: Ich setze meine Schwerpunkte klar im Bereich der Familien- und Bildungspolitik, also im sozialen Bereich. Im Bildungsbereich trete ich für eine konsequente Weiterführung des erfolgreichen bayerischen Schulsystems ein. Mit Weiterführung meine ich auch das G9, denn es kann nicht sein, dass immer mehr Wissen notwendig ist und die Menschen immer länger arbeiten und man gleichzeitig die Ausbildung verkürzt. Das passt nicht zusammen und führt nur zu unnötigem Druck. Im Bereich der Familienpolitik würde ich eine Abkehr von der strikten Entscheidung Krippe oder Erziehung zu Hause begrüßen, da das Leben als Familie viel Flexibilität fordert. Auch bin ich entschiedener Gegner der einseitigen Förderung von Krippen, wie sie von der Wirtschaft und diversen politischen Gegner gefordert wird. Ein weiterer Punkt, an dem ich gerne ansetzen möchte, ist die Integrationspolitik. Fördern und fordern ist, in meinen Augen, ein guter Grundsatz, aber in Bayern hat man oft den Eindruck, dass an der falschen Stelle gefordert und an der falschen Stelle gefördert wird. Hier gilt es noch einiges zu optimieren.

Dann mal Tacheles: wo zwackt es denn im Landkreis, für den sie kandidieren?

Richard Fischer: Was mich im Landkreis gerade am meisten beunruhigt ist das ungehemmte Wachstum, durch das viele Städte drohen, binnen kürzester Zeit ihr altes Gesicht zu verlieren. Daraus resultieren auch hohe Mieten, was ebenfalls ein Thema ist, mit dem ich mich befassen möchte. Ein weiterer Punkt wäre der Lärmschutz, der gerade in Schweitenkirchen und entlang der Bahnstrecke von großer Bedeutung ist.

Ihr Ziel ist der Einzug ins Maximilianeum sein. Was konkret können die Landkreisbürger zukünftig von Ihnen erwarten?

Richard Fischer: Wenn ich den Landkreis Pfaffenhofen im Landtag vertreten darf, so können die Landkreisbürger immer ein offenes Ohr und eine zügige Behandlung ihrer Anliegen erwarten. Das kann ich guten Gewissens versprechen.

Wahlkreis ist nahezu der Landkreis Pfaffenhofen. Sie sind aus Pfaffenhofen, Claudia Jung aus Gerolsbach, Kerstin Schnapp und Markus Käser ebenfalls aus Pfaffenhofen und Karl Straub aus Wolnzach. Manch ein Landkreisbürger könnte dies als zu Süd-Lastig sehen. Wie fit sind Sie, was die Belange und Örtlichkeiten des gesamten Landkreises betrifft?

Richard Fischer: Es stimmt, dass der südlich Landkreis bei der Kandidatenaufstellung dominiert, ich möchte aber darauf verweisen, dass die Listenkandidatin der ödp-Landtagsliste, Patricia Kienle, aus Münchsmünster stammt und zumindest wir damit eine Repräsentation des Gesamtwahlkreises verwirklicht haben.

Und wie möchten Sie die nächsten Wochen erreichen, dass man sich unabhängig von Wahlkampf-Geschrei ein realistisches Bild von der Person Richard machen kann?

Richard Fischer: In den vergangenen Jahren konnte man sich, denke ich, schon ein sehr realistisches Bild von mir machen. Ich vertrete ja auch im Wahlkampf keine andere Meinung als in den Zeiten davor oder danach. Wer aber die Gelegenheit nutzen möchte, mich näher kennenzulernen, der kann dies gerne auf einem Infostand am Wochenmarkt tun. Wer keine Zeit hat, auf Einladung komme ich, wenn es sich einrichten lässt, auch gerne vorbei.

Ganz ehrlich: würden Sie Richard Fischer wählen und wenn ja (wovon ich mal ausgehe) warum – welche Ihrer Eigenschaften würden Sie als wichtig (in der Politik) ansehen?

Richard Fischer: Ich werde mich wählen, denn wenn ich schon nicht selbst von meinen Anliegen überzeugt bin, wie sollte ich andere dann überzeugen können? Für das politische Alltagsgeschäft würde ich Frustrations- und Stresstoleranz als wichtig erachten; auch Fleiß ist unerlässlich. Was mir sicherlich helfen wird, ist meine Begeisterungsfähigkeit, die das Engagement leichter macht. Für die Wähler dürfte auch die konsequente, verlässliche Wertorientierung meiner Ansichten die Entscheidung erleichtern, da dies in der heutigen Politik Seltenheitswert hat. Ferner habe ich die rhetorischen Qualifikationen erworben, meine Anliegen in Debatten durchzusetzen, da ich in diversen Gremien schon viele Erfahrungen gesammelt habe, die der Arbeit im Parlament gleichen – als Beispiel sei meine Tätigkeit als Vorstand der Fachschaftenkonferenz der LMU, also der Versammlung aller Studentenvertreter, oder – etwas kleiner, aber aktuell – als Seminarsprecher der Referendare des Scheiner-Gymnasiums, genannt.

Vielen Dank für das Gespräch. Wir werden die Entwicklungen rund um die 2013 stattfindende Landtagswahl weiterhin beobachten und wünschen uns einen fairen Wahlkampf und allen beteiligten viel Glück.n viel Glück.

Über Ramona Schittenhelm

Ausbildung als Journalistin im Berchtesgadener Land. Lokal- und Online-Journalismus sind meine Leidenschaft. Meine journalistischen Wurzeln liegen im Sport- und Technik-Journalismus.

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