Österreich optimiert Europa-Norm bzgl. Hackgut

Der Feinkorn-Gehalt ist ein Indikator für die Qualität des Hackguts. Grafik: Forschungszentrum Wald / Holzforschung Austria
Der Feinkorn-Gehalt ist ein Indikator für die Qualität des Hackguts. Grafik: Forschungszentrum Wald / Holzforschung Austria
Die Energiewende führt dazu, dass die Nachfrage auch nach fester Biomasse immer mehr ansteigt. Holz-Exporte sind daher zuletzt eher selten geworden, da die meisten Länder die eigenen Holzreserven z.B. für die Hackgut-Gewinnung selber nutzen. In der Europanorm EN 14961 ist geregelt, wie Hackgut aufgebaut sein muss. Allerdings entspricht dies so nicht ganz der Praxis, haben die Fachleute von der Holzforschung Austria und dem Forschungszentrum Wald in Österreich herausgefunden. Denn etwa 80 Prozent des Hackgutes entspricht nicht wirklich dieser Norm.

Da Hackgut aber ein natürliches Produkt sei, ist eine Anpassung der Norm an die tatsächlichen Gegebenheiten der richtige Weg. Hauptproblem bislang sei der hohe Feinkorn-Gehalt im Hackgut, haben die Fachleute herausgefunden. Dieser sei u.a. durch das Mithäckseln von Geäst sowie der Nachbearbearbeitung bei der Gebläse-Absaugung der Hackmaschinen zurück zu führen, erklärt Nikolaus Nemestothy die Erkenntnisse, die man im Rahmen der rund zweijährigen Studie gewinnen konnte. Diese wurde Ende August 2012 abgeschlossen und nun veröffentlicht.

Die Studie wurde durchgeführt, um Richtlinien für eine optimierte Norm zum Hackgut für Österreich zu erarbeiten. Diese ist nun auf den Weg gebracht und bei den Entscheidungsgremien zur Festlegung. Erreicht hat man eine entsprechende neue Klassifizierung des Hackgutes, wobei Herkunft, Zusammensetzung und Wassergehalt eine wichtige Rolle spielen. Ziel war es, eine Klassifizierung zu erreichen, wonach das Hackgut zukünftig auch entsprechend der Norm entspreche. Denn genutzt und verbraucht wurde auch bisher alles, was an Hackgut auf dem Markt war.

Im Rahmen der Studie wurde auch untersucht, ob die Technologie, die hinter der Hackgut-Gewinnung steckt hier auch einen relevanten Einfluss hat, beispielsweise auf den Feinkorn-Gehalt. Denn mit je weniger Feinkorn das Hackgut versetzt ist, desto hochwertiger kann es aus Qualitätsgesichtspunkten angesehen werden. Die gängigen Hackmaschinen von Herstellern wie Jenz, MusMax, Eschelböck oder Albach wurden daher im Rahmen der Austroforma 2011 dem Praxistest unterzogen. Alle Maschinen erhielten gleichwertiges Holz. Das produzierte Hackgut wurde im Anschluss analysiert. Festgestellt wurde beispielsweise der Feinkorn-Gehalt des Hackgutes je Maschine. Unterteilt nach der jeweiligen Art der Austragung der Hackschnitzel – Gebläse oder Förderband – wurde gehäckselt was die Maschinen hergaben. Neben der Hackgut-Qualität wurde von den Fachleuten aber auch die Einflüsse der Abnutzung der Schneidemesser mit berücksichtigt. Und hier zeigt sich nach Aussage von Nikolaus Nemestothty vom Forschungszentrum Wald klar: je schlechter das Messer wird, desto mehr Feinkorn-Hackgut ergibt sich. Auswirkungen ergeben sich auch durch die Zusammensetzung des Holzes: Nadelholz, insbesondere wenn das nadelige Geäst mitgehackt wird, führt zu einem höheren Feinkorn-Anteil im Hackgut.

Mehr Feinkorn-Gehalt ergibt sich auch bei dem Hackgut der per Gebläseaustrag agierenden Maschinen – mit Ausnahme des Praxistest-Besten, dem Silvator 2000 der Firma Albach, der über einen Gebläse-Austrag verfügt.

Die generelle Tendenz der im Vergleich eher schlechteren Gebläse-Hacker ist zurückzuführen auf die minimale Nacharbeit durch die Gebläsefunktion. Alles in allem seien die aktuellen Maschinen aber gut aufgestellt, die Differenz sei bei objektiver Betrachtung eher als Minimal anzusehen, alles am unteren Bereich. Die Auswertung vom Forschungszentrum Wald bzw. der Holzforschung Austria (siehe Grafik) zeigt dabei, dass der Silvator 2000 mit lediglich 2 % Feingut, der bei der Auswertung unter Förderband geführt wird, den geringsten Anteil im Hackgut erzielt. Konkrete Untersuchungen, welches Holzgemisch mit welchem Hacker am Besten bearbeitet werden kann wurde jedoch nicht untersucht.

Ramona Schittenhelm

Ausbildung als Journalistin im Berchtesgadener Land. Lokal- und Online-Journalismus sind meine Leidenschaft. Meine journalistischen Wurzeln liegen im Sport- und Technik-Journalismus.

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