Starkbierfeste in Bayern sind häufig auch verknüpft mit dem sog. „Derblecken“

Das Bockbier hat eine lange Tradition, die eng mit den Klöstern und deren Bierbrau-Kunst verknüpft ist. In der Fastenzeit hieß es schon früher, Abstinent zu leben und auf zu viel Nahrungsaufnahme zu verzichten. Das Bock- oder Starkbier als besonders süffige Art von Bier wurde speziell während dieser Zeit ausgeschenkt. Parallel zur Starkbier-Ausschank entstanden auch die die Politik auf die Schippe nehmenden Theatersketche. Eines der bekanntesten Starkbierfeste in Bayern ist das auf dem „Nockerberg“ in München.
Bruder Barnabas, Mama Bavaria, Reporterengel Aloisius: wie auch immer der Hauptakteur mit der Fastenpredigt heißt. An ihm steht und fällt das Gelingen des Starkbierfestes, obliegt es doch ihm, wen oder was er mit einer verbalen Ohrfeige oder einem lobenden Wort erwähnt. In vielen Gemeinden finden solche Veranstaltungen statt, dort wo es Theatergruppierungen gibt, sind diese häufig mit im Boot. So wie z.B. in Langenbruck (Landkreis Pfaffenhofen), wo Josef Reichart alias Reporterengel Ambrosius im Laufe des Jahres Ideen sammelt und die Schandtaten der (regionalen) Prominenz zu berichten weiß. Sein Ziel ist es, zum Nachdenken anzuregen und so dem Starkbierfest der Langenbrucker Theaterbühne in der Pfarrer-Höfler-Halle (Aufführungen vom 1. bis 23. März 2013 immer am Wochenende) die notwendige Würze zu verleihen. Ebenfalls vom Theaterverein geht auch das Starkbierfest in Baar-Ebenhausen aus. Dort hat man mit dem Sportheim und der Gaststätte Alter Wirt zwei verschiedene Spielstätten an den Wochenenden im März. Allgemeine Sketche wechseln auch hier mit humorvollen regionalen und lokalen Stichen in Richtung der Politik.